Fahren im Film

A Ride on the Wild Side

Von Christine Rüffert
Der Kurzfilm C’etait un Rendezvous von Claude Lelouch von 1976 ist eine ungeschnittene Hochgeschwindigkeitsfahrt quer durch Paris. Stellt man ihn in die Tradition der Phantom Rides des Frühen Kinos und befragt ihn auf die Zuschauererfahrungen, lässt er sich als Schnittstelle zweier Filmtheoriestränge betrachten: der poststrukturalistischen und psychoanalytisch orientierten Filmtheorien, die den Zuschauer in erster Linie über den visuellen Sinn adressiert sehen und der Theorieansätze, die die Bedeutung des Zuschauerkörpers als Wahrnehmungsfläche des filmischen Erlebens betonen. Weiterlesen

Die Straße auflösen

Von Florian Krautkrämer
Monte Hellmans Kultfilm Two-Lane Blacktop von 1971 ist eine klare Antithese zum vor allem durch Easy Rider (1969) formulierten Verhältnis von Straße, Individualität und Freiheit. Er ist aber auch ein sehr selbstreflexiver Film über die Grenzen filmischer Repräsentation. Das wird vor allem auch noch mal vor dem Hintergrund seines neuesten Films Road to Nowhere (2010) deutlich. Brannte in Two-Lane Blacktop noch der Asphalt und das Filmmaterial, führt Hellman in seinem letzten Film die Straße ins Nichts und nimmt die neue digitale Filmtechnik gleich mit. Weiterlesen

Der unabschaffbare Zuschauer in Rubber

Von Christiane Voss
Ausgehend von der These, dass filmische Wirklichkeit nur im Medium von Affektkonstitution und -modulation ihre ästhetische Form gewinnt, soll im Folgenden der Spielfilm Rubber (2010) von Quentin Dupieux nach seinem ästhetischen Affizierungspotenzial befragt werden. Weiterlesen