Arbeit

Right After This Message

Sigmund Freuds Neffe Edward Bernays revolutionierte zu Beginn des 20. Jahrunderts Public Relations, indem er informationsorientierte Werbung durch gefühlsbasierte Werbung ersetzte. Nach dem Ende des II. Weltkriegs wurde das Fernsehen zum neuen Massenmedium. Damit traf die Beeinflussung des Unbewussten auf das bewegte Bild und auf die narrativen Verlaufskünste. Aus der Werbeanzeige wurde der Werbefilm. Es entstand eine neue Art von Affektsteuerung durch mimetische Erzählung: das Werbefernsehen. Die Übertzeugungskraft des Werbefims beruht auf dem Evozieren von Gefühlen und dem Negieren des Arguments. Das Empfinden wurde schließlich zur alleinigen Legitimation für jeder Art von Erfahrung. Anders noch in der Karl Marx'schen Analyse sind heute nicht nur die Gebrauchsgüter, sondern die Güterproduktion - also Arbeit selbst - fetischisiert. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Lohnarbeit als Ausbeutung charakterisiert, heute ist Arbeit überhöht und identitätsstiftend. Das Werbefernsehen veränderte nicht nur Charakter und Beschreibung der Gebrauchsgüter, sondern auch den Charakter der Warenproduktion selbst. Von Sylke Rene Meyer. Weiterlesen

“Szenen aus dem Klassenkampf”

Thomas Harlans Film Torre Bela (1975) zeigt die Landnahme und Gründung einer Kooperative auf dem Landgut Torre Bela im Zuge der Nelkenrevolution in Portugal 1974 und dem damit einhergehenden Ende des Faschismus. Ebenso illustriert er, wie die Arbeit des Filmteams, die Anwesenheit der Kamera Handlungen und Ereignisse erst produziert. Die Filmkamera wird selbst zu einem Akteur (gar Revolutionär?); sie führt vor Augen, wie die Landarbeiter_innen, die sich vorher nur als Tagelöhner_innen verdingen (und verdinglichen) durften, mit der Besetzung des Landguts ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Von Chris Wilpert. Weiterlesen