Angela Schanelec

Angela Schanelec – Die Retrospektive

Von Veronika Mayer
In unserer zweiten Retrospektive werfen wir einen Blick auf die deutsche Filmlandschaft und widmen uns den Werken der Filmemacherin Angela Schanelec. Damit werden wir hoffentlich einen Anstoß geben, sich mit ihren Filmen auseinanderzusetzen. Wie auch bei unserer ersten Retrospektive wurden die Filme für die HBK-Bibliothek angeschafft und können dort ausgeliehen werden. Weiterlesen

Mein langsames Leben

Von Christin Ehlers
„Der Film ist der Versuch, das Leben von außen zu betrachten, Distanz zu gewinnen, nicht einzugreifen, sondern zuzusehen. ..." Aber ist es ein gelungener Versuch, den Angela Schanelec unternimmt? Ist es für einen Film per se überhaupt möglich „Normalität“ abzubilden? Ist ein Film nicht immer irgendwie Modifiziert? Gewollt? Manipuliert? Und wenn er Normalität zu zeigen versucht, ist er dann nicht auch irgendwie eine Dokumentation? Weiterlesen

Angela Schanelecs „Marseille“ – der Zerfall des Minimalismus

Von Philipp Fust
Wie schreibt man über einen Film, den man nicht mag, ohne der Polemik zu frönen? Im Falle von Angela Schanelecs viertem Spielfilm Marseille fällt mir das überaus schwer. Zwar ist das eigentliche Thema durchaus interessant, jedoch scheitert der Film daran, dass das Zeigen von festgefahrenen Lebensrealitäten durch eine problematische Konzeption seinen Sinn verliert. Ich bin mir über die Eigenarten der Berliner-Schule-Stilrichtung zwar im Klaren, aber das ändert nichts daran, dass der Film für mich nicht funktionierte und ich mir schon während der Exposition dachte: Was soll das bloß? Weiterlesen

Nachmittag: Die Ästhetik der Auslassung

Von Florian Reupke
„Nachmittag“ ist die erste Literaturadaption von Schanelec und bezieht sich auf Tschechows Stück „Die Möwe“, bei dem sie 1990 als Schauspielerin auf der Theaterbühne mitgewirkt hat. Mit Ausnahme der Figurenkonstellation sowie insbesondere dem Trübsinn ist jedoch nicht viel von dem ursprünglichen Werk übrig geblieben. Der Vorhang geht auf, der Film beginnt und man blickt zunächst von hinten über die Bühne in den Zuschauerraum eines Theaters, auf deren Bühne die Schauspielerin Irene (Angela Schanelec) probt. Ein Schnitt und man schaut auf einen See, eine idyllische Landschaft an einem sommerlichen Nachmittag. An diesem See steht ein Haus, in dem im Folgenden der Zerfall einer familiären Gemeinschaft zu beobachten ist. Weiterlesen

Orly

Von Jennifer Ament
Der Anfang von Angela Schanelecs jüngstem Film "Orly" zeigt eine Frau, die durch die Straßen von Paris läuft. In einem langen Schwenk wird sie von der Kamera begleitet, bis ein abrupter Schnitt die Szene unterbricht und stattdessen eine Reihe von Fotos an einer Wand zu sehen ist. Einige davon zeigen die Frau aus der vorherigen Szene... Nach einer schwer einzuordnenden Exposition kommt der Film dort an, wo er eigentlich spielt: im Flughafen Paris-Orly. Aber der Flughafen ist mehr als nur ein Schauplatz, er ist im Grunde das Thema des Films und die Grundvoraussetzung für alles, was passiert und alle Begegnungen, die beobachtet werden. Weiterlesen