The Laziest Gal

AUF DER SUCHE NACH DER FAULEN FILMHELDIN
von Natalie Lettenewitsch

Eine Traditionslinie männlichen Müßiggangs zieht sich durch die Literatur- und Filmgeschichte, von Hans im Glück zum Taugenichts, von Oblomow zu Macunaima, von den Vitteloni zum Big Lebowski. So faul und nichtsnutzig sie auch sein mögen, sind sie doch positiv besetzt, denn ihr Nichtstun ist gleichsam ein Akt der Rebellion oder zumindest “stiller Renitenz gegen die Zumutungen des gewöhnlichen Lebens”, wie es Viola Vahrson und Hannes Böhringer in ihrem 2008 erschienenen Essayband “Faulheit” formulieren. Die Faulpelze entziehen sich dem wachsenden Druck der Ökonomie und verlieren dabei auch als “Versager” nicht zwangsläufig an Attraktivität – denn ihren Mangel an Geld und gesellschaftlichem Einfluss können sie mit Coolness und Leichtigkeit wieder wettmachen.

Wo könnte man ihren weiblichen Pendants begegnen, und gibt es sie überhaupt? Unter den “Idle Idols”, die Tom Hodgkinson in seinem gepflegten Online-Magazin “The Idler” versammelt, finden sich jedenfalls keine. Schon im Märchen haben arbeitsunwillige Frauen einen schlechten Stand, erinnert man sich an “Goldmarie” und “Pechmarie”, die fleißige und die faule Schwester. Doch zumindest hält die Kinderliteratur Nischen bereit für legitimierte oder gar verherrlichte Faulheit. Hier steht ausnahmsweise ein Mädchen an vorderster Front, das entsprechend häufig als antiautoritäres und feministisches Vorbild bemüht wird: Pippi Langstrumpf, die mithilfe ihrer Bärenkräfte und dem Gold ihres Piratenvaters sehr gut allein und ohne Schulbesuch leben kann. Die Kino- und Fernsehadaption mit Inger Nilsson ist nicht zuletzt durch die zugehörigen Songs im Gedächtnis geblieben und hat immer wieder Punkbands zu Coverversionen animiert – vor allem mit der Hymne “Faulsein ist wunderschön”.

Vorteilhafte Verbindungen

Während Kinder das Faulsein ausnahmsweise noch praktizieren dürfen, fangen spätestens mit dem Erwachsenwerden und seinen Begleiterscheinungen wie Fortpflanzung und Broterwerb die Probleme an – nur unterschiedlich verteilt. Wird Faulheit als Nicht-Arbeit definiert und noch die klassische Rollenzuweisung vorausgesetzt, erscheint die weibliche Seite per se als faul, da der Broterwerb den Männern zufällt, Haushaltsführung dagegen nicht als Arbeit im eigentlichen Sinne wahrgenommen und zudem im großbürgerlichen Milieu oft von Bediensteten erledigt wird. Frauen aus der “Idle Class”, wie sie Chaplin in seinem gleichnamigen Film von 1921 vorgeführt hat, dürfen die Plackerei anderen überlassen und sich selbst dekorativeren Beschäftigungen widmen. Noch eine legitimierte Form von Faulheit also, wenn auch eine recht zweifelhafte – oft ist dabei nicht recht zu unterscheiden, ob es sich um unfreiwillige oder erwünschte Untätigkeit handelt. In zahllosen Filmen kann man die Damenwelt beim ausgiebigen Herumsitzen in Tee- und Tratschzirkeln beobachten und bis in die Gegenwart das Stereotyp der gelangweilten reichen Ehefrau verfolgen.

Umgekehrt gilt: Will eine Frau ein sicheres, gar luxuriöses Leben führen und halbwegs ungestört der Faulheit frönen, kann sie bewusst eine “vorteilhafte Verbindung” eingehen – ein wiederkehrendes Bild im Stummfilm der Zehner und Zwanziger Jahre. Freiheit zur Faulheit ist vor allem eine Frage des Geldes, doch sozialer und wirtschaftlicher Aufstieg durch Heirat ist möglich. Für Frauen ist dieser Weg gemeinhin üblicher, aber auch Männer können sich eine solche Partie zum Ziel setzen – wie der bankrotte Offizier in Urban Gads Vordertreppe, Hintertreppe (1915): ein munteres Spiel mit den Klassenunterschieden, in dem Asta Nielsen ihren Spaß mit dem unverhofften Bewerber hat.

Working Girls und Party Girls

Im Kino vollzieht sich seit den Zehner Jahren der Aufstieg der “Neuen Frau”. Die “working girls”, wie sie doppelsinnig heißen, eignen sich sexuelle und ökonomische Unabhängigkeit an. Sie sind Teil einer neuen urbanen Angestelltenkultur, arbeiten in Büros und Boutiquen, bevölkern das Nachtleben und entdecken die Lichtspielhäuser als Ort der Zerstreuung und der Sehnsucht: “Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino”, wie Siegfried Kracauer 1928 seinen berühmten Artikel überschrieb. Auch auf der Leinwand werden sie sichtbar, etwa in Dorothy Arzners Working Girls (1931), der zwei Schwestern aus der Provinz nach New York begleitet, wo sie sich eine eigene Existenz aufbauen wollen.

Hier wurzelt ein zentrales Problem für die weibliche Faulheit: Emanzipation wird mit der Eroberung der Arbeit verknüpft. Die gleichberechtigte Teilnahme am Arbeitsmarkt bleibt ein zentrales Anliegen auch der zweiten Frauenbewegung in den Siebzigern. In den Achtzigern schließlich, als aus Hippies Yuppies geworden sind und sich die Börseneuphorie auf dem Höhepunkt befindet, kann in Mike Nichols’ Working Girl (1988) eine Assistentin bei entsprechendem Einsatz zur Managerin in New Yorks Financial District aufsteigen – zugleich ist längst das unsägliche Klischee der verknöcherten Karrierefrau entstanden.

Menschen am Sonntag - 5 - annieKehrt man noch einmal zurück zum Stummfilm der Zwanziger Jahre, findet man dort durchaus Bilder des Müßiggangs, wenngleich er sich in eng gesteckten Grenzen bewegt. Der halbdokumentarische Menschen am Sonntag (1930, Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer), das Glanzstück der Neuen Sachlichkeit, zeigt einen Nachmittag am Wannsee und dazu eine sagenhaft faule Protagonistin mit Seltenheitswert: Das Mannequin Annie verschläft den Ausflug und somit leider fast den ganzen Film. Doch was zu Beginn und am Ende von ihr zu sehen ist, bleibt im Gedächtnis: Schüfftans Kamera zelebriert, wie sie sich ausgiebig ihrer Maniküre widmet und am helllichten Tag müde ins Kopfkissen schmiegt, nachdem sie mutmaßlich zu exzessiv ins Wochenende gefeiert hat.

HollyEine Nachfahrin der partywütigen “Flapper” der Zwanziger Jahre ist Holly Golightly in Breakfast at Tiffanys (1961, Blake Edwards), die von ihrem Kater erst gegen Nachmittag aus dem Schlaf geholt wird. Auch hier wiederholt sich allerdings das alte Motiv: Heirat als Ausweg aus unbefriedigender Lebenslage – ein deutlicher Unterschied zur tendenziell selbstgenügsamen männlichen Faulheit. Holly Golightly hat ein klares Ziel, das sie bei allem Müßiggang emsig verfolgt: einen reichen Heiratskandidaten zu finden, der ihr ein wenig Luxus bietet und ansonsten nicht zu nahe tritt. Zumindest steht die Zweckehe so für eine Form von innerer Ungebundenheit – diese tauscht sie jedoch am Ende, anders als in Capotes Roman, gegen die romantische Beziehung zu ihrem Schriftsteller-Nachbarn.

Eine andere Zuspitzung erfährt das Heiratsmotiv in Muriels Wedding (1994, P.J. Hogan): Muriel hat sich wie ihre Geschwister konstant als faul und nutzlos beschimpfen lassen und ihre ersten unbeholfenen Versuche, ökonomisch auf eigene Füße zu kommen, scheitern. Sie träumt von einer Hochzeit, die ihr Glamour und Selbstwertgefühl verleihen soll und als Ereignis einen “Wert an sich” darstellt – die Wahl des dazu erforderlichen Ehemanns ist für sie zweitrangig. Es wird eine bezahlte Scheinehe, die sie jedoch wieder löst und schließlich mit ihrer Freundin zum eigentlichen Happy End aufbricht.

Perfekter Schein

In George Cukors The Women (1939), der ausschließlich von Frauen bestritten wird, dreht sich indirekt alles um die abwesenden Männer – obwohl die Protagonistinnen miteinander schon genug beschäftigt scheinen. Sie haben eigentlich “nichts zu tun”, und doch entsteht der Eindruck eines rastlosen Haufens, denn es wird unermüdlich manikürt, frisiert, eingekauft und anprobiert. Das macht vor allem eines deutlich: Was eine Frau unter gar keinen Umständen vernachlässigen darf, ist die konstante Arbeit an ihrem äußeren Erscheinungsbild. In dieser Hinsicht darf sich nicht gehen lassen, sie darf zwar faul sein (zumal Fleiß nach Oscar Wilde die Wurzel der Hässlichkeit ist) – aber nicht verlottert. Ein weiblicher Lebowski mit fettigen Haaren und Schlabberkleidung als Ikone? Schwer vorstellbar.

Dieses Gebot gilt auch für die lebenslustige Holly Golightly, und mehr noch für die unterkühlteren Filmrollen von Marlene Dietrich. Wie keine andere verkörpert sie eine somnambule Erotik, die scheinbarer Trägheit und lasziver Langeweile entspringt. Vermeintlich ohne etwas dafür zu tun, wird sie von Männern umschwirrt – von ihrem ersten großen Auftritt mit “Von Kopf bis Fuß” bis zu ihrem Gastspiel bei Hitchcock mit “I’m the Laziest Gal in Town”. Hinter dieser Behauptung steht jedoch eine perfekte Inszenierung von preußischer Strenge, die bis ins Kleinste durchgeplant ist.

Vom Vamp zum Vampir führt die von Catherine Deneuve verkörperte Untote Miriam Blaylock in Tony Scotts ästhetizistischem Horrorfilm The Hunger (1983) – stets in opulentem Interieur und makelloser Garderobe. Gefragt, was sie den ganzen Tag so tue, antwortet sie gelassen, sie sei “eine Müßiggängerin”. Als Herrin ihrer Zeit könne sie dann ja den ganzen Tag ausgehen, Museen und Cocktail-Partys besuchen, entgegnet ihre begeisterte Verehrerin. Doch für solch souveränen Edel-Müßiggang muss man wohl eine Vampirin sein – sorgenfreies Nichtstun als Frage des (blauen) Blutes und natürlich des Geldes.

So sei an dieser Stelle noch einmal auf die “Klassenfrage” der Faulheit verwiesen, die unweigerlich neben ihre geschlechtliche Dimension tritt. Die schöner anzusehende, aristokratische oder bourgeoise Faulheit eignet sich offenbar besser fürs Kino, während die kleinbürgerlich-proletarische eher im Fernsehen zuhause scheint und die vermeintlichen Couch potatoes vor dem Bildschirm adressiert – mit US-White-Trash wie den Bundys oder ihrem niederländischen Pendant, den Flodders. Hier mag sich dann doch auch mal eine Protagonistin mit ungewaschenen Haaren finden.

Hunger_Deneuve

Faulheitsvarianten

Eine weitere kursorische Spurensuche im Kino lässt verschiedene Spielarten weiblicher Faulheit identifizieren, die allerdings oft mit Defiziten verbunden sind. Uschi Glas als Gegenüber von Faulheitsrebell Werner Enke in Zur Sache, Schätzchen (1968, May Spils) ist angezogen von seinem Freigeist, bleibt aber selbst dahinter zurück. Wie es überhaupt eine Hauptbeschäftigung weiblicher Figuren in “faulen” Filmen zu sein scheint, den männlichen Müßiggängern ein Refugium zu bieten oder sie zur Ordnung zu rufen und anzutreiben. Glas lässt hier schon ein wenig die spätere “Sauberfrau” ahnen – zeitgleich haust dafür die andere große Uschi des Neuen Deutschen Films in der Frauen-WG von Rudolf Thomes Rote Sonne und propagiert im realen Kommunenleben sexuelle Befreiung.

Zur Sache Schätzchen

Kunst und Boheme dienen als Freiraum für Promiskuität und Müßiggang, doch selten bleibt er für die beteiligten Frauen ungesühnt. Zumal wenn Drogen im Spiel sind – oder wenn sie zu wenig Einsatz zeigen. In High Art (1998, Lisa Cholodenko) zahlt eine einstmals berühmte Fotografin den Preis dafür, dass sie trotz des Anstoßes durch eine ehrgeizige Redakteurin nicht zu künstlerischer (Auftrags-)arbeit zurückkehren will. Stattdessen Melancholie, Lebensverweigerung, Tod – gleichsam als Fluchtpunkt des Nichtstuns.

Offiziell bestraft werden die beiden Frauen in Vera Chytilowas Tausendschönchen (1966), die unermüdlich essen, trinken, konsumieren und als eingespieltes Team eine Reihe von Männern ausbeuten. Sie haben beschlossen, “verdorben” zu sein – eine Zuschreibung, die sich semantisch nahe der Faulheit bewegt. In dieser “Verdorbenheit” bleiben sie allerdings keineswegs inaktiv, sondern entwickeln große destruktive Energie, die in der Verwüstung eines Banketts gipfelt und sich zwischendurch auch gegen die Frauen selbst zu richten scheint: Sie zerschneiden ihre eigenen Körper (respektive deren Filmbild), was ihrer Lebendigkeit jedoch keinen Abbruch tut. Die vorgeblich moralische Verurteilung ihres Handelns steht in seltsamem Kontrast zur lustvollen filmischen Zelebrierung ihrer Konsum- und Zerstörungsorgien.

Eher gepflegte Melancholie bietet Bonjour Tristesse (1958), Otto Premingers Adaption von Francoise Sagans Roman, der zu einer der Initialzündungen für die Nouvelle Vague wurde. In existenzialistischem Schwarzweiß tanzt Jean Seberg als Cecile zur Musik von Juliette Greco, farbig sind nur die Erinnerungen an heiter unbeschwerte Ferientage mit ihrem Vater und seiner Geliebten am Meer. Er hat der Tochter die Leichtlebigkeit vererbt, sie hat ein Examen vergeigt, ohne sich weiter darum zu kümmern. Als ihre Patentante auftaucht und die Harmonie mit Erziehungsversuchen stört, dabei sogar den Vater zu bekehren scheint, will Cecile mittels einer Intrige ihr sorgloses Leben verteidigen. Es kommt zur Tragödie. Bonjour Tristesse liebt seine junge Protagonistin, die nicht erwachsen werden will – indessen zeigt er Müßiggang als ein Stadium von Unreife, das auf Dauer nicht unbeschwert bleiben kann. Oder, wie Werner Enke sagt: Es wird böse enden.

Bonjour Tristesse

Eine interessante Spiegelung von frustrierender Untätigkeit einerseits und lustvollem Müßiggang andererseits inszeniert in den Achtzigern Susan Seidelman. Schon in ihrem Debut Smithereens (1982), der auch unter dem Titel New York City Girl in die Kinos kam, steht eine Streunerin ohne Job und mit Punk-Attitüde im Mittelpunkt. Eine ähnliche Figur, gespielt von Madonna in ihrer ersten (und vielleicht einzig annehmbaren) Filmrolle, taucht in dem kommerziell sehr viel erfolgreicheren Nachfolger Desperately Seeking Susan (1985) wieder auf. Diesmal mit einer Doppelgängerin im bürgerlichen Milieu: Die gelangweilte Ehe- und Hausfrau Roberta schlüpft erst in die Jacke von Susan, dann durch Gedächtnisverlust und Verwechslung ganz in deren Rolle. Und auch nach der Wiederkehr ihrer Erinnerung legt sie sie nicht mehr ab, denn obgleich sich Susan ständig in Schwierigkeiten und Geldnöten befindet, scheint Roberta deren Leben im Vergleich zu ihrer gesicherten Existenz erstrebenswert.

27_PulpFiction1994DVDNeben den braven Mittelklasse-Hausfrauen finden sich natürlich auch in gehobenen kriminellen Kreisen untätige Protagonistinnen, die vor allem die Funktion eines dekorativen Anhängsels erfüllen. Unter den faulen Gangsterbräuten, die sich mit Drogen bei Laune halten, war Uma Thurman in Pulp Fiction (1994, Quentin Tarantino) mit Sicherheit eine der stilbildensten. Von Jackie Brown (1997) über Kill Bill (2003) zu Death Proof (2007) werden Tarantinos Protagonistinnen allerdings zusehends eigenständiger und aktiver.

 

Her Dudeness!

Als sich im amerikanischen Independent-Kino der Neunziger mit den Filmen von Richard Linklater und Kevin Smith die Figur des Slackers etablierte, war das vor allem ein Identifikationsangebot für Jungs. Eve Annenberg wagte mit Dogs (1996) den Versuch einer Mädchenvariante, die als “Clerks for Chicks” beworben wurde, aber kaum Bekanntheit erlangte.

Im Netz gab es Versuche, dem weitgehend unbebilderten Idol zumindest einen Titel zu verschaffen: Die Website ishouldbeworking.com forderte “Name the new female slacker!” und erhielt zahlreiche Antwortvorschläge, von Slackin’ Sally, Lazy Daisy und Idle Irene zu Loungin’ Lois und Restin’ Rosie. Auch ein 2005 erschienenes Faulheitspamphlet mit durchschlagender Wirkung stammt von einer Frau: Die französische Publizistin und Konzernangestellte Corinne Maier rief in ihrem Buch “Bonjour Paresse” dazu auf, die “maßlose Absurdität des Systems” zu erkennen und sich am Arbeitsplatz möglichst wenig zu überanstrengen, um die freigewordene geistige Energie lieber anderen Dingen zu widmen. Denn, so formuliert sie das Hauptproblem: “Das höchste Ziel des Unternehmens besteht darin, den Arbeitnehmer dahin zu bringen, dass er sich ganz alleine Dinge aufhalst, die ihm normalerweise von außen aufgebürdet werden müssten.”

Strahlende filmische Vorbilder sind allerdings nach wie vor rar gesät, man kann sie sich allenfalls aus Nebenfiguren zusammenstellen. Eine faule Heldin vom Kaliber des Dude steht noch aus. Dabei ist es an der Zeit, das emanzipatorische Potenzial des Müßiggangs für beide Hälften der Menschheit wiederzuentdecken, auch im Kino. Umso mehr, als Frauen sich Arbeits- und Leistungsdruck sowie den immer ungreifbarer werdenden Mechanismen der Selbstausbeutung oft mit besonderem Eifer unterwerfen. Dagegen gilt es, andere Bilder zu schaffen. Denn Faulheit und Emanzipation sind nicht nur miteinander vereinbar – genussvolle, selbstbestimmte und lebenskünstlerische Faulheit IST Emanzipation.

Natalie Lettenewitsch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Medieniwssenschaft Paderborn. Ihr Beitrag ist eine erweiterte Version eines Aufsatzes für das Themenheft zur “Faulhiet” des Schnitt.