Einleitung zum Schwerpunkt “Stille”

Stille ist vielseitig. Sie kann sowohl beruhigend als auch beunruhigend sein. Harmonisch oder disharmonisch. Vertraut oder befremdlich. Zwischen Totenstille und meditativer Ruhe liegen rein semantisch Welten und doch sind sie Facetten desselben Phänomens.

Neben dem spannenden Interpretationsraum der Stille ist es das Alltagsleben in der Corona-Pandemie, das dem Phänomen besonders Konjunktur bereitet. Das gesellschaftliche Leben steht still. Kinos, Konzerte, Partys, Vorlesungssäle bleiben still. In manchen Stadien wird zwar Sport betrieben, aber ohne Zuschauende bleibt es ungewohnt still. Und auf die unendliche Stille die in digitalen Konferenzräumen aufkommt, wenn niemand sich aufrafft etwas zu sagen, waren die wenigsten am Anfang der Pandemie vorbereitet.

Als studentisches Projekt mit einem Fokus auf die aktuelle Kinolandschaft, haben wir uns im Wintersemsester 2021/21 diesem Schwerpunkt angenommen, um trotz der pandemischen Einschränkungen ein interessantes Thema besprechen zu können, mit dem sich alle Studierenden in der Form und mit dem Medium ihrer Wahl auseinandersetzen können. Daraus sind eine Vielzahl an geschriebener Texte, ein Video-Essay und ein Podcast-Projekt entstanden, die sich mit Stille in Filmen, Videospielen und Internet-Phänomenen auseinandersetzen und sich in Form und Inhalt stark unterscheiden. Wir laden daher herzlich dazu ein, die entstandenen Arbeiten zu betrachten und dabei möglicherweise die ein oder andere negative Stille zu vergessen.

Bleibt gesund!

Das Daumenkino

 

Quelle des Fotos: https://www.flickr.com/photos/qubodup/16121543351/in/photostream/