Yarden

Sektion: Forum / Regie: Måns Månsson / SWE/D 2016 / 80′
yardenZeige mir deinen Fernseher und ich sage dir, wer du bist. Vom Kapitalismus seines Namens beraubt, schuftet Ex-Dichter 11811, der seine besten Jahre und den Respekt seines Sohnes schon lange hinter sich hat, als Autoverlader im malmöer Hafengebiet als einziger Schwede unter Migranten. Die anfängliche Empathie für seine Kollegen wird ihm rasch aus dem Leib denunziert und erst als er die Regeln des Spiels begreift, zeigen sich, nachdem er fast seinen Job verliert, perfide Erfolge.

In der grau-weißen Einöde der unmenschlichen Wertschöpfung kommt die orangefarbene, stigmatisierende Arbeitskleidung der Lohnarbeiter bestechend zur Geltung. Wer diese trägt, besitzt nichts weiter als seine Arbeitskraft. Eine marxistische Kapitalismuskritik durch farbliche Kontrastierungen zu erzählen ist aber auch der einzig interessante Kniff des Films. Der Rest erweist sich als bisweilen problematisch: Nicht einem der so sehr anderen Einwanderer, die ausnahmslos als rückgratlose Zwielichtgestalten gezeichnet sind, ist über den Weg zu trauen und ein Fernsehgerät wird zum symbolischen Aufhänger einer lieblos und gänzlich oberflächlich aufgezogenen Vater-Sohn-Beziehung. Am Ende scheitern beide daran, den frisch erworbenen Flachbildfernseher einzuschalten.

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