Vulva 3.0 (Berlinale)

Sektion: Panorama / Regie: Claudia Richarz, Ulrike Zimmermann / D 2014 / 78′

Es ist sicherlich heute nichts Besonderes mehr, ein weibliches Geschlechtsteil nackt zu sehen. Es scheint jedoch bald vielleicht etwas Besonderes zu sein, eine natürliche oder unbearbeitete Vagina zu sehen. Diesen Eindruck vermittelt die Reportage von Filmemacherinnen Claudia Richarz und Ulrike Zimmermann. Während der weibliche Uterus historisch zunächst nur auf seine Fortpflanzungsfunktionen reduziert wurde und das Lustempfinden entweder ausgeklammert oder unterschätzt wurde, ist die Gesellschaft diesbezüglich mittlerweile offener. Ob G-Punkt oder Klitoris, die Geheimnisse um die weibliche Lust scheinen endlich ihre verdiente Aufmerksamkeit zu bekommen. Kaum aber ist die Vulva nicht mehr unsichtbar, muss sie sich schon wieder gesellschaftlichen Normen unterwerfen. Obwohl Schamlippen eben einfach unterschiedlich groß sind und die Inneren die Äußeren gerne mal überdecken, scheinen deutlich sichtbare Merkmale im Schoß einer Frau ungewollt zu sein. So wird sie gleich wieder unsichtbarer gemacht. Entweder durch wegretuschieren bei Fotos oder sie wird gar chirurgisch zurechtgestutzt. Die Normierung des weiblichen Körpers hat eine neue Stufe erreicht.20140906_2_IMG_FIX_700x700

2 Responses to “Vulva 3.0 (Berlinale)”

  1. Intergalactic Ape-Man

    Das Thema ist mir erstmals in A Hole In My Heart untergekommen. Reichlich beknackter Versuch, Frauen quasi auf den letzten Drücker doch noch mal zu demoralisieren. Gibt bestimmt noch ein wenig Diskussionsstoff her. Am Ende muß ich mich noch pervers fühlen, weil ich lieber Frauen mag, die sich akzeptieren.^^

    Reply
  2. Fred Lang

    Vielleicht ist ja in diesem Zusammenhang mein Projekt “Viva la Vulva!” von Interesse. Eine etwas andere Sichtweise auf die menschliche Vulva – mit Beispielen für ihre Schönheit, Vielfalt und Einzigartigkeit in Verbindung mit Bildern aus Fauna & Flora.
    http://viva-l-vulva.blogspot.de

    Reply

Leave a Reply

  • (will not be published)

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>