Unter dem Regenbogen

Ein Film für zwei Generationen – während sich die eine entlang des Plots langweilt, wenn es sich um die andere dreht.001

Agnès Jaoui hat nicht nur zusammen mit Jean-Pierre Bacri das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, sondern auch Rollen für sich und ihren Kollegen entworfen. Marianne und Pierre lernen sich während ihrer späten Midlifecrisis kennen, als sie erneut mit Fahrstunden beginnt, während denen er über den Sinn und Rest seines Lebens nachdenkt. Die beiden leben geschieden und scheinen sich darin verloren zu haben. Deswegen gibt es noch den hoffnungsfroheren Teil: ihre Kinder. Pierres Sohn Sandro (Arthur Dupont) lernt Mariannes Tochter Laura (Agathe Bonitzer) auf einem Tanzabend der Hochschule für Musik und Theater kennen, an der so manches sehr gestelzt wirkt.tournage "un jour mes princes viendront"

Die Story hört sich zuerst etwas platt nach US-College-Mainstream Filmen an, doch die romantische Geschichte spielt in Frankreich und somit werden intellektuelle Dialoge entworfen, die einen dauerhaft am Schmunzeln halten. Das Besondere im Film sind die schrulligen Facetten der Charaktere, die sich irgendwo zwischen Esoterik und Agnostizismus befinden und die Szenen, die sich in hippiemäßigen- oder rationalistischen Singlehaushalten abspielen. Die Mischung aus poetischer Verwirrung der Charaktere, die Wald- und Barockfarben und die klassische Musik mit Jazz-Einflüssen macht vieles mysteriös und spannend. Einige wiederkehrende Handlungssets hätten allerdings durchaus vermieden werden können … wieder im Auto, wieder bei der Kindergartengruppe, bei der Musikprobe etc. tournage "un jour mes princes viendront"

Während sich die Liaison des jungen Pärchens in kuriosen Dialogen dahinwebt, verpasst man beinahe den Moment, in dem der Musikkritiker Maxime (Benjamin Biolay) dazustößt und alles durcheinanderwirbelt. Es entstehen teuflische Vorahnungen und als sich zu viel Verzweiflung, Unausgesprochenes und verpasste Chancen im Karrierewahn der Muse mit Drogen addieren, entsteht ein turbulentes Ende, bei dem nur Pierre und Marianne den Überblick behalten. So märchenhaft der Beginn, so ernüchternd ist das Ende. Letztlich nicht viel Überraschung insgesamt, eher Berieselung, die auch nicht allzu viel vermitteln möchte, kein schlechter Film … aber außer dem herbstlichen Flair keine Überraschungen zu berichten.

03 02 04
Titel: Unter dem Regenbogen / Au bout du conte – 112‘, Frankreich 2013.

Darsteller: Agnès Jaoui, Jean-Pierre Bacri, Agathe Bonitzer, Arthur Dupont, Benjamin Biolay
Regie: Agnès Jaoui
Drehbuch: Agnès Jaoui, Jean-Pierre Bacri
Verleih: Film Kino Text

Starttermin: 17.10.2013

Leave a Reply

  • (will not be published)

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>