Trance

Ein Kunstraub geht schief. Der eigentlich für die Sicherheit der Gemälde zuständige Simon (James McAvoy) wacht in einem Krankenhaus ohne Erinnerung auf und die Diebe um Franck (Vincent Cassel) bemerken, dass sich in ihrer erbeuteten Tasche kein Kunstwerk befindet. Schnell wird deutlich, dass Simon etwas mit dem Verschwinden zu tun hat. Als dann noch eine mysteriöse Hypnotiseurin (Rosario Dawson) konsultiert wird, ist das Verwirrspiel in Trance (Danny Boyle) perfekt.

 

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Schnell entspannt sich ein undurchsichtiges Netz aus Erinnerungen, Träumen und Wünschen. Auf der Suche nach dem verlorenen Gemälde versucht jeder der drei Beteiligten, sich durch seine Eigenschaften einen Vorteil zu verschaffen. Während Simon die Information über den Verbleib des wertvollen Schatzes in sich trägt, sie aber scheinbar nicht abrufen kann, setzt Franck auf Brutalität und die extrem präsente Elizabeth auf Psychotricks und Hypnose. Trance verwischt die Trennung von stofflichen und gedanklichen Dingen, von Realität und Traum, von Wunsch und Wirklichkeit und setzt an ihre Stelle symbolisch immer wieder das artifiziell eingefärbte Gewusel einer Autobahn. Die Wendungen der Geschichte kommen in einer derart hohen Frequenz daher, dass sich eher von einem Flickenteppich aus einzelnen Gedanken- und Erinnerungsfetzen denn von einer Geschichte sprechen lässt. Auch Simons Stimme aus dem Off verstärkt diesen Eindruck. Denn er führt den Zuschauer nicht durch den Film oder hat gar eine konsistente Sprecherposition, vielmehr lässt er an seinen Träumen teilhaben.

 

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Die tolle Kamera von Anthony Dod Mantle versteht es, diese Stimmung des Undurchsichtigen noch weiter zu verstärken, traumhaft, schematisch, manchmal unwirklich langsam fängt sie die Situationen ein und produziert nebenbei eine kalte Hochglanz-Ästhetik. Sie betrügt den Zuschauer nach den Protagonisten ein weiteres Mal. Doch leider hält Trance sich selbst nicht durch. Nach einem furiosen Beginn und der anschließenden Verwirrung verliert er sich in allzu breit angelegter Zerfaserung ohne schließlich mit einem wirklichen Kniff, einer wirklich unvorhersehbaren Wendung die Fäden zusammen zu spinnen. Was bleibt sind vor allem schöne Psycho-Fetzen.

 

TRANCE, GB 2013, 101’
Regie: Danny Boyle
Buch: Joe Ahearne, John Hodge
Kamera: Anthony Dod Mantle
Musik: Rick Smith
Darsteller: James McAvoy, Vincent Cassel, Rosario Dawson
Verleih: Twentieth Century Fox

Kinostart: 08.08.2013

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