The Founder

McDonalds. Wir kennen es hier in Deutschland als ungesundes Fast-Food-Restaurant, Symbol für die Verbreitung amerikanischer Kultur und für Burger die nicht annähernd so gut aussehen, wie beworben… Doch das war nicht immer so, wie The Founder eindrücklich zeigt. Die Tragigkomödie soll aus der Gegenperspektive (also nicht aus der Sicht von McDonalds) die Geschichte um die Gründung der Kette erzählen und erinnert dabei stark an The Social Network.

1954 leiten Richard „Dick“ McDonald (Nick Offerman) und Maurice „Mac“ McDonald (John Carroll Lynch) das noch einzige McDonalds-Restaurant der Welt in San Bernadino, Kalifornien. Auch im ersten McDonalds der Welt war die Idee, dass das Essen schnell beim Kunden landet. Allerdings war den Brüdern McDonalds Qualität, Frische und Kundenzufriedenheit das oberste Gebot.

Eines Tages erhält Ray Kroc (Michael Keaton), ein erfolgsloser Vertreter für Haushaltselektronik, eine Bestellung von den McDonalds-Brüdern, die gleiche mehrere von Krocs Milchshake-Rührer kaufen wollen. Als Kroc die McDonalds Brüder trifft ist er fasziniert: Das Essen wir nicht von Mädchen auf Rollschuhen an das Auto gebracht, wie in den 50ern in Drive-In-Lokalen üblich, sondern die Leute stehen an und bekommen ihr Essen nur wenige Sekunden nach der Bestellung. In den 50ern eine völlige Neuerung. Auch, dass er mit den Händen und ohne Besteck und Geschirr essen soll, scheint für Kroc ungewohnt zu sein, doch er ist sofort fasziniert. Die Brüder weihen den beharrlichen Kroc schließlich in ihr Geheimnis ein: Das Speedee-System. Das Prinzip gilt noch heute: Wie in der Autoindustrie kümmert sich jeder Arbeiter um nur eine Station, jeder führt in ständiger Wiederholung die selben Handgriffe aus bevor das Essen vom nächsten weiterbearbeitet wird.

Das neu entdeckte Fast-Food-System lässt Kroc keine Ruhe mehr. Er möchte die Restaurantbesitzer dazu überreden ihr Geschäftspartner zu werden und die Gründung einer Kette zu beaufsichtigen. Doch die Brüder wollen nicht. Sie haben zu viele schlechte Erfahrungen gesammelt, bei dem Versuch zu expandieren: Die Filialleiter halten sich nicht an die Qualitätsvorgaben, die Mitarbeiter verstehen das Speedee-System nicht oder die Karte wird einfach erweitert oder umgeändert. Kroc kann die Brüder überzeugen und macht sich an die Arbeit im ganzen Land McDonalds-Filialen zu eröffnen wobei er sich mehr Rechte rausnimmt als ihm die Brüder gewähren. Der Kampf um McDonalds entfacht (und wir alle wissen wie er endet).

The Founder ezählt die klassische Geschichte in der eine einstmals gute Idee vom Kapitalismus aufgegriffen wird und derjenige mit der Idee zum rücksichtslosen Geschäftsmann wird. The Founder könnte auch The Fast-Food Network heißen. Michael Keaton spielt die Wandelung Krocs dabei jedoch wunderbar. Ist er zu Beginn noch ein deprimierter, erfolgsloser Vertreter, dessen einziger Trost seine Frau ist, so wird er immer mehr zum rücksichtslosen Geschäftsmann. Doch diese Veränderung kommt schleichend und natürlich und wird nicht mit dem Holzhammer präsentiert. Dabei stellt Keaton die anderen Schauspieler etwas in den Schatten. Leider ist auch nicht immer ersichtlich warum Ray Kroc etwas gelingt oder nicht gelingt: Es erfolgt zum Beispiel ein Rückschlag, der mit einer Regelung aus einem Vertrag erklärt wir. Kroc löst das Problem, mit etwas anderem, dass in einem anderen Vertrag steht. Oft es es deswegen schwer zu erkennen warum etwas funktioniert oder eben nicht.

Der Film gibt einen guten Eindruck wie die Geschichte um McDonalds wahrscheinlich abgelaufen sein könnte. Trotz dessen, dass Geschehnisse im Hollywood-Stil erzählt werden, wirkt nichts übertrieben dramatisiert oder romantisiert. Die Charaktere sehen glaubwürdig aus und handeln auch so und es kommt nie das Gefühl auf, dass hier etwas dazu gedichtet wurde um alles etwas dramatischer zu machen.

 

The Founder, USA, 2016
Regie: John Lee Hancock
Drehbuch: Robert D. Siegel
Kamera: John Schwartzman
Darsteller: Michael Keaton, Laura Dern, Nick Offerman,
John Carroll Lynch, Patrick Wilson, Linda Cardellini
Verleih: Splendid Film
Starttermin: 20. April 2017

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