Testről és lélekről (On Body and Soul)

Der Film beginnt mit einer idyllische weißen Winterlandscheit. Es schneit. Hirsch und Hirschkuh ziehen auf der Suche nach Nahrung durch den Wald und beobachten sich gegenseitig. Sie wirken vertraut aber trotzdem misstrauisch. Dass sie zusammengehören wissen sie zu dem Zeitpunkt noch nicht. Schnitt. Der Ort ist nun ein Schlachthaus, in dem Rinder eingepfercht auf ihren Tod warten. Die Kamera wechselt von der Außensicht in die tierische Subjektive, die dem Zuschauer das Bild der Sonne liefert, die durch die Gitterstäbe scheint. In monotoner Gleichgültigkeit werden die Tiere zerlegt. Schonungslos zeigt die Kamera alles. Der Film spielt mit solchen Gegensätze, was sich ebenso in der zentralen Liebesgeschichte spiegelt. Es finden Charaktere zueinander, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Mária, in den Endzwanzigern, fängt in dem Budapester Schlachthaus als Qualitätsprüferin und eckt durch ihre neurotischen Eigenarten und autistischen Züge immer wieder bei ihren Kollegen an. Ihr Gegenüber ist Endre, der als Vorgesetzter diese Konflikte schlichten muss. Deutlich älter als Maria, hat er bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich und fristet nach Feierabend ein einsames Dasein. Mit der Liebe hat er abgeschlossen und auch sonst erwartet er nicht mehr viel von seinem Leben. Durch einen Zufall entdecken diese Charaktere ihre Seeenverwandtschaft, die sich darin äußert, dass sie sich Nacht für Nacht im Traum begegnen. Die beiden nähern sich einander an, wodurch Endre seine Sexualität wieder und Mária diese zum ersten Mal entdeckt. Testről és lélekről lässt so immer wieder Gegensätze aufeinanderprallen, wobei stets nach Verbindungen gesucht wird. Interessanterweise können die Berater in Gestalt von Psychologen den Charakteren bei diesen Zusammenführungen nicht helfen, wodurch sie stets auf sich alleine gestellt sind. Der Film spielt so mit der freudschen Theorie der Psychoanalyse, wobei diese nicht als filmanalytisch Methode thematisiert, sondern vielmehr als therapeutische Behandlungsform indirekt reflektiert wird. Diese scheitert jedoch offensichtlich und nur die Charaktere selbst können die Gegensätze überwinden und zu ihrem eigenen/gemeinsamen Glück finden.

Sektion: Wettbewerb
HUN 2017
Regie: Ildikó Enyedi
Kamera: Máté Herbai
Bevorstehende Screenings am 19.02.

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