Tales of two who dreamt

Sektion: Forum / R:  Andrea Bussmann, Nicolás Pereda / Kanada/Mexiko 2016

Tales of two

Noch ein Film, bei dem das Filmteam zusammen mit Flüchtlingen eine Geschichte inszenieren. In Tales of two who dreamt haben Andrea Bussmann und Nicolás Pereda eine Roma-Familie besucht, die in einem Sozialbau irgendwo in Toronto auf ihren Abschiebungsbescheid wartet, der sie wieder zurück nach Ungarn führen wird. In der Geschichte, die sie entwickeln, spielt der Sohn die Hauptrolle, der eines morgens aufwacht und feststellt, dass er zu einem monströsen Vogel geworden ist. Die Mutter schämt sich, der Vater schimpft, man räumt sein Zimmer aus und versucht, es zu vermieten. Von dieser Geschichte sehen wir aber wenn überhaupt nur Bruchstücke. Erzählt wird sie durch Proben, Diskussionen und das Lesen von Dialogen. Allerdings wird das Ganze eingebunden in den Alltag der Menschen und letztendlich weiß man nicht, ob man sich gerade eine Probe anschaut, ob die Kamera einfach laufen gelassen wurde oder die Familie gerade tatsächlich ihre bevorstehende Abschiebung diskutiert. Das wie handentwickelt aussehende schwarz-weiß-Material macht das Ganze zusätzlich artifiziell. Wie der Familienvater es einmal beschreibt: als ob man aus einem Traum innerhalb eines Traumes erwacht. Ob das Konzept damit der realen Situation der Menschen gerecht wird, ist schwer zu beurteilen, immerhin gelingt es so jedoch, einige Momente realen Lebens einzufangen.

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