Sto Iyko (Berlinale)

Sektion: Forum / Regie: Christina Koutsospyrou, Aran Hughes / Frankreich, Griechenland / 74’

Es regnet die ganze Zeit. Und wenn die Scope-Kamera in den kargen Innenräumen ist, konzentriert sie sich auf die vom Alter gezeichneten Gesichter der Ziegen- und Schafshirten in dem griechischen Bergdorf. Die Krise ist allgegenwärtig, in den Gesprächen und im Fernsehen. Aber der Empfang ist meist gestört. Der Sender bricht ab, und wenn mal eine Konversation zustande kommt, endet sie meist im Streit. Aber den Film allein als Beitrag zur Griechenland-Krise zu sehen, hieße, ihn nur halb zusehen. Es ist auch ein Film über den Untergang.
Zwei Jahre lang sind die Filmemacher immer wieder in drei kaum bewohnte Dörfer gefahren, haben gedreht, geschnitten, neue Szenen konzipiert. Dabei reden die Einwohner über was sie sich sonst auch unterhalten, der inszenierte Faden ist nur sehr vage gesponnen. Einmal kommt eine alte Frau des Weges. Sie hat einen Igel gefunden, den sie wie einen Fußball vor sich her kickt. Aber ihr Mann schreit sie an: der sei zu klein zum Essen, und das Aufziehen lohne sich nicht. Daraufhin setzt sie ihren Stiefel darauf und zertritt ihn. Endzeit.

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