Shirley – Visions of Reality (Berlinale)

Sektion: Forum / R: Gustav Deutsch / Österreich 2013 / 92′

Die Gemälde des amerikanischen Malersshirley01_stephaniecumming(c)kgp photo by jerzy palacz Edward Hopper bieten zahlreiche narrative Ausgangspunkte, die sich in die verschiedensten Richtungen entwickeln könnten. Regisseur Gustav Deutsch nimmt 13 Gemälde Hoppers und haucht ihnen filmisch Leben ein. Sie bilden die Kulisse für die Geschichte der Schauspielerin Shirley, wobei es weniger um eine vollständige Erzählung als vielmehr um die Darstellung einzelner Momente und Entscheidungen geht. Durch das Einbinden von Daten und Radio-Berichterstattungen thematisiert der Film gleichzeitig amerikanische Zeitgeschichte.

Visuell und ästhetisch beeindruckt Shirley durch die detailgetreue Umsetzung der berühmten Vorlagen, sodass man sich oft fragt, wo die gegenständliche Kulisse aufhört und gemalter Hintergrund beginnt. Zudem werden die Farben konsequent gegeneinander gesetzt und der Lichteinfall durch Fenster dominiert die Bilder. Allerdings wirkt die Story durch die ständigen Zeit- und Ortswechsel zu zerstückelt. Es entsteht das Gefühl, die Handlung sei nur ein Vorwand, um aus einem eigentlichen Experiment einen narrativen Film zu basteln. Die Ästhetik steht dermaßen im Vordergrund, dass sowohl Erzählung als auch Hauptfigur eher wie Requisite wirken.

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