Seolguk-yeolcha (Berlinale)

Le-transperceniege-Snowpiercer-03

Sektion: Forum / Regie: Bong Joon-ho / Korea 2013 / 125′

Endlos rauscht der “Snowpiercer” wie eine stählerne Schlange um die Erde der Zukunft. Er ist die letzte Bastion der Menschheit, die eine Eiszeit in das Innere des Hochgeschwindigkeitszuges zwingt. In den vorderen Abteilen residieren die Reichen, in den hinteren die Armen, die unter grausamen Bedingungen vor sich hin vegitieren. Letztere haben jedoch schon lange den Entschluss gefasst, bis in das Cockpit vorzudringen und die Kontrolle über den Zug zu übernehmen.

Dieser donnert vorbei an den vereisten Überresten einer Zivilisation, während drinnen eine Horde Revolteure eine bluttriefende Schneise durch seine Eingeweide schlagen. Entlang dieser parallel geschalteten Stoßrichtung überträgt der Film sein kinetisches Moment überaus wirkungsvoll auf die Leinwand und entpuppt sich recht bald als ein einziger, beachtlich ruppiger Showdown, unterlegt von einer mehr als nur dezenten Meta-Note über die ewige Crux des Homo Sapiens.  Klaustrophobisch wirken dabei die Waggons, die dank ihrer gestrecken Geometrie ständig Konfrontationen erzwingen, welche sich zwischen Massenkeilerein und entschleunigten, choreographie-zentrierten Zerwürfnissen die Waage halten. Ein Film, der nur die Direktion “nach vorne” kennt. Und ebenso passt auf ihn besonders ein Adjektiv: grandios!