Sein letztes Rennen

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Der ehemalige Marathonläufer Paul (Dieter Hallervorden) spürt die negativen Folgen des Alterns. Besonders um seine schwächelnde Frau (Tatja Seibt) sorgt er sich zunehmend.  Weil die Tochter (Heike Makatsch) sich als Stewardess nicht um sie kümmern kann, landen beide im Altenheim. Doch Paul will noch nicht zur Ruhe gehen und noch einmal beim Berlin-Marathon mitlaufen – eben sein letztes Rennen antreten. Trotz einer eher simplen Story ist der Film dennoch sehenswert, denn Dieter Hallervorden zeigt noch einmal, dass er als Schauspieler für starkes Gefühlskino sorgen kann. Mit seiner Filmpartnerin Tatja Seibt gibt er ein herzzerreißendes Team ab.  Sie sind im Film genau das liebenswürdige ältere Paar, auf die die jüngeren Leute in der Bahn zeigen und sagen: „Schau wie niedlich die sind. So möchte ich auch sein, wenn ich alt bin!“.  Der Film berührt, da er eine so existenzielle Frage behandelt: Was hat man für Perspektiven im Alter, wenn alle um einen herum wegsterben und auch der eigene Körper langsam müde wird?Sein letztes Rennen

Jeder hat sich diese Frage wohl irgendwann zu stellen und der Film gibt darauf, trotz vieler trauriger Momente, eine hoffnungsvolle aber auch sehr verträumt naive Antwort: Sich niemals aufgeben, egal was man auf dem Weg einstecken muss, denn für seine Träume lohnt es sich immer noch weiterzukämpfen. Naiv, da der Film kein gutes Bild vom Altersheim wiedergibt: Der Tagesablauf besteht aus Kastanienmännchen bauen und Gotteslieder singen. Sehr trostlos und kalt wirkt dieses Zuhause für die letzten Tage des menschlichen Lebens. Doch Hallervorden kann mit seiner positiven Art die Altersheimbewohner mal ordentlich aufmischen, was für ein paar aufheiternde Lacher sorgt. Schade nur, dass viele Figuren gegenüber Hallervorden und Seibt so schwächeln. Natürlich sind die Pflegerinnen verbitterte Singlefrauen, die eigentlich kein Interesse an den alten Menschen haben und Paul daher nur Stolpersteine in den Weg legen. Da hilft auch nicht die verschwendete Leinwandpräsenz dieser stereotypen Figuren, die einfach nur sinnlos unsympathisch und inkompetent daherkommen. Genauso Tochter Birgit, deren emotionale Heulattacken und gleichzeitig egoistische Kaltherzigkeit keiner so richtig verstehen kann. Heike Makatsch kann in dieser merkwürdigen Rolle leider nicht aufblühen. Wer sentimentalen Pathos nicht schätzt, ist bei diesem Film falsch. Aber für Fans eines typischen Heldendramas macht Hallervorden den Film zu einem guten Kinoabend mit viel Gefühl. Taschentücher nicht vergessen!S

 

Sein letztes Rennen
Kinostart Deutschland: 10. Oktober 2013
Regie und Drehbuch: Kilian Riedhof
Produktion: Neue Schönhauser Filmproduktion
Ausführender Produzent: Boris Schönfelder
Verleiher: Universum Film GmbH
Besetzung: Dieter Hallervorden, Tatja Seibt, Heike Makatsch
Genre: Drama

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