Reden ist Silber, Schweigen ist Gold…oder eben Seelenfrieden!

Eddie Murphy: bekannt ist er vorallem als witziges Plappermaul aus seinen zahlreichen (Familien-)Komödien. Seien es “Dr. Dolittle”, “Der verrückte Professor”, “Norbit” oder die “Beverly Hills Cop”-Reihe – die Worte und Gags sprudeln nur so aus ihm heraus. So auch in seinem neuen Film “Noch tausend Worte”. Er versucht, mit Regisseur Brian Robbins (mit dem er schon zusammen “Beverly Hills Cop” und “Der verrückte Professor” drehte) an alte Erfolge anzuknüpfen – vergebens!

Jack McCall (Eddie Murphy) ist ein Literaturagent aus Hollywood: hier und da eine kleine Lüge, dort ein Vortrag und schon hat McCall seine potentiellen Klienten um den Finger gewickelt. So geschieht es auch, als er sich mit dem New-Age-Guru Dr. Sinja (Cliff Curtis) trifft, um dessen Buch zu vermarkten. Doch Dr. Sinja bemerkt die Lügen, ist darüber erbost und schickt McCall einen Bodhi-Baum mit magischer Kraft in dessen Luxusvilla. Pro gesagtes Wort von McCall verliert der Baum ein Blatt. Sind alle Blätter verbraucht, so ist für McCall sein Leben beendet. Also heißt es von nun an: wähle die Worte weise, oder sag am besten gar nichts!

So viel zur Story, die durchaus an Filme wie “Der Dummschwätzer” mit Jim Carrey erinnert. Eddie Murphy versucht mit “Noch tausend Worte” einen Spagat zwischen Komödie und Drama: während die erste Hälfte des Films die komödiantischen Elemente beherbergt, versucht die zweite Hälfte (ab dem Punkt, an dem McCall sich dazu entschließt nicht mehr zu sprechen) sich von einer dramatischen, gar melancholischen und belehrenden Art und Weise zu zeigen. Murphy’s ernste Seite kommt zum Vorschein, wenn er beispielsweise seine an Alzheimer erkrankte Mutter im Pflegeheim besucht oder er merkt, dass er kurz davor ist, seine Familie zu verlieren und dagegen machtlos ist. Doch die Überzeugungskraft, ihm diese Momente der Tragik abzukaufen, fehlt.

Hier und da sind im Film einige Lacher zu finden – vor allem dank Murphys Co-Spieler Clark Duke, als dessen nerdigen Assistenten. Jedoch auf die Länge des Films gesehen (91 min) sind es viel zu wenig. Hinzu kommt, dass die zweite Hälfte nur so vor Kitsch und Belehrungsfloskeln trieft: durch das Akzeptieren seines Schicksals und dem Bereinigen all seiner Konflikte, gelangt McCall zu seinem geforderten Seelenfrieden – natürlich. Zudem der Bodhi-Baum, der am Ende (selbstverständlich) wieder blüht (inklusive Blüten, die er vorher nicht besaß) – natürlich. Nicht zu vergessen, die intakte Familie für ein glückliches Leben – natürlich. Und dass zu viel Lügen schlecht für den Umgang mit seinen Mitmenschen sind – klar!

Ich fürchte fast, dass Murphy’s Tage der Blödeleien auf der Leinwand gezählt sind, was seine letzten Filme zeigten, die kaum erfolgreich waren. Er sollte sich weiterhin auf seine Karriere als Synchronsprecher fokussieren, denn darin ist er immer noch hervorragend und wird wieder ganz oben in den Kinocharts mitmischen.

 

Noch tausend Worte, USA 2008,
Regie: Brian Robbins
Besetzung: Eddie Murphy, Kerry Washington, Clark Duke, Cliff Curtis

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