Rabo de Peixe

Die anfängliche Gelassenheit ist am zweiten Tag der Berlinale wie verflogen. Lange Warteschlangen am Ticketcounter und Gedränge vor den Kinosälen prägten den heutigen Eindruck. Einen Film, den ich heute besonders hervorheben möchte, ist der portugiesische Dokumentarfilm Rabo de Peixe von den Regisseuren Joaquim Pinto und Nuno Leonel, da er den Zusammenhang von den Filmemachern und den gefilmten Hauptakteuren in besonderem Maße thematisiert. Im Fokus des Films steht der Fischfang auf den Azoren, der traditionell und über Generationen hinweg per Hand, ohne den Einsatz neuartiger Technik, betrieben wird. Leidenschaftlich und stolz gehen die Fischer ihrer Arbeit nach, die in einer Amateurvideo-Ästehtik mit aussagekräftigen Nahaufnahmen eingefangen wird. Die Dokumentation, die einen Zeitraum mehrerer Jahre umfasst, lässt die Regisseure ein Teil der innigen Gemeinschaft der Fischer werden und bietet somit einen umfassenden Einblick in alltägliche Probleme und kulturelle Höhepunkte einer Gesellschaft, für die die Zeit still zu stehen scheint. Aus einer reinen beobachtenden Dokumentation traditionsreicher Fischer entwickelt sich eine Form von Freundschaft zwischen Filmenden und Gefilmten, die bezeichnend für Rabo de Peixe ist. Trotz einiger Längen, die dem Film durch die Wiederholung ähnlicher Passagen leider zugeschrieben werden müssen, dokumentiert er mitfühlend die Entwicklung von Freundschaft, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Rabo de Peixe, Portugal 2015, 103 Min
Regie: Joaquim Pinto, Nuno Leonel
Verleih & Bildrechte:-

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