Por primera vez (Berlinale)

Sektion: Forum Expanded / Regie: Octavio Cortázar / Kuba 1967 / 9’
(Programm 6: Por primera vez: Cuba’s cinematic legacies)

por_primera_vez_mst0617__12_Funkelnde Kinderaugen, lachende Gesichter, ansteckender Enthusiasmus. Regisseur Octavio Cortázar dokumentiert in seinem Kurzfilm Por primera vez ein Stück der „audiovisuellen Alphabetisierung“ Kubas in den 60er Jahren. Damals gab es mobile Kinos, die kleinere Dörfer in den Bergen aufsuchten, um dort Open Air Filmvorführungen zu veranstalten. Ziel war es, das Kino auch denjenigen zugänglich zu machen, die nicht in den größeren Städten lebten und sonst keine Möglichkeit hatten, Filme zu sehen. Vor dem Screening werden Interviews mit den Bewohnern des Dorfes geführt, wobei sich herausstellt, dass sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen keine richtige Vorstellung davon haben, was ein Film oder das Kino überhaupt ist.

Der wirkliche Höhepunkt ist die Vorführung von Charlie Chaplins Klassiker Modern Times. Dabei werden die Zuschauer beim Sehen des Films gezeigt. Für alle ist es das erste Mal, dass sie einen Film sehen und diese Erfahrung zeigt sich in ihren Gesichtern, die von Erstaunen und Freude geprägt sind. Im Zuge dieser filmischen Aufklärung Kubas wird wunderbar betont, was das Kino bewirken und welche Effekte es auf die Zuschauer haben kann. In den wenigen Minuten des Kurzfilms überträgt sich die Begeisterung und führt zu einer Sehnsucht nach ähnlichen Erlebnissen im Kino, die leider viel zu selten vorkommen.

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