Patardzlebi (Berlinale)

Sektion: Panorama / Regie: Tinatin Kajrishvili / Georgien 2014 / 94‘

20143176

Sehnsucht und Einsamkeit bestimmen Nutsas Leben: Goga, der Vater ihrer Kinder, sitzt im Gefängnis, die Besuchsmöglichkeiten sind miserabel. Damit das Paar sich öfter sehen kann und täglich miteinander telefonieren darf, heiraten sie höchst unromantisch in einem Büro im Gefängnis – auf eine Zeremonie wird verzichtet, eine Unterschrift genügt.

Glücklicher wird ihr Leben durch die Heirat jedoch kein bisschen, besonders Goga leidet und befindet sich in einer stark depressiven Stimmung. Die repressiven Strukturen des georgischen Gefängnisses lassen dem Insassen kaum einen Funken Lebensmut.

Über den Bildern des Films liegt ein grauer Schleier, der auch die wenigen schönen Momente des Paares jeglicher Lebensfreude beraubt.
Patardzlebi legt einen starken Fokus auf Räumlichkeit – schier unendlich viele Türen muss Nutsa passieren, um die Verwaltungsstelle des Gefängnisses zu erreichen. Dabei wirkt alles wie ein Labyrinth, für die Insassen findet sich nur kein Weg nach draußen.

Eine Kamera, die sehr nah an den Figuren ist, vermittelt den knappen Lebensraum im Gefängnis und auch Nutsas, die mit ihrer kleinen Familie auf engem Wohnraum lebt. Raum als Beengung, Raum als Bedrückung – wohl einer der wirkungsmächtigsten Effekte, den die Insassen eines Gefängnisses zu spüren bekommen.

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