Partisan

Gregori (Vincent Cassel) lebt mit zahlreichen Frauen und Kindern abgeschottet von der Außenwelt in einer Art Gemeinde. Die Häuser dort sind nur noch Ruinen. Es sieht aus wie nach einer Apokalypse. Der Zuschauer wird nicht erfahren, wo oder wann sie sind und auch nicht genau, warum sie dort sind. Der Film handelt vielmehr von der Atmosphäre in der Kommune und von dem Beziehungsgeflecht seiner Bewohner. Zuerst wirkt das Leben dort noch fast paradiesisch. Die Frauen liegen in der Sonne, schlürfen Cocktails und lachen miteinander. Die Kinder spielen und lernen in einer Art Schule, praxisorientiert und selbstständig nach ihren Interessen. Abends wir zusammen gesungen und gefeiert. Es scheint ihnen an nichts zu fehlen. Sie haben viel und gut zu essen und alles scheint friedlich. Alle lieben Gregori, der sowohl Vaterfigur für die Kinder, als auch Liebhaber für die Frauen ist. 165592.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxxDer einzige erwachsene Mann bestimmt die Regeln. So bestimmt auch nur er lange Zeit die Handlung des Films. Bis der Junge Alexander (Jeremy Chabriel) alles verändern wird, weil er neugierig und schlau genug ist, hinter die Fassade zu schauen und weil er was er liebt, wirklich beschützen will. Die Frauen in diesem Film werden als schutzbedürftig und schwach dargestellt. Sie ordnen sich Gregori unter, ohne jemals wiederworte zu geben. Auch die Kinder müssen feststellen, dass Gregori einen nur solange liebt, bis jemand seine Regeln in Frage stellt. Der Film lebt zum großen Teil von seiner immer leicht angespannten, aber nie wirklich eskalierenden Stimmung. Gregori erscheint uns anfänglich als Vater des Jahres. Denn Vincent Cassel spielt den Patriarchen sehr sympathisch. Es dauert demnach etwas, bis uns unbehaglich wird und wir als Zuschauer uns selbst hinterfragen, warum wir auf diese Figur reinfallen wollten. Seine Bosheit ist subtil aber doch eindeutig. Ist er aggressiv, begründet er das mit Führsorge. Es sagt, er würde die Kinder nur aus Liebe zu ihnen bestrafen, doch ist es die Liebe zur der Macht, die er über sie hat. Das Ende des Films ist genial. Gregori wird im letzten Moment selbst klar, dass er den Partisanen in seinen eigene Reihen selbst erschaffen hat.164811.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxx

Sektion: Neues Internationales Kino

weitere Termine auf dem Filmfest Braunschweig:

05.11., 21:15 Uhr und 08.11., 13:00 Uhr

Bilder: www.filmstarts.de

Australien 2015
Regisseur: Ariel Kleiman
mit: Vincent Cassel, Jeremy Chabriel, Florence Mezzara

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