Oscars 2014 – Die Show

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In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden in Los Angeles zum 86. Mal die Academy Awards verliehen. Damit findet ein langer Weg, der gesäumt war mit allen wichtigen Filmpreisen, seinen lang ersehnten Höhepunkt. Mit Gastgeberin Ellen DeGeneres wollten die Veranstalter der Oscars 2014 in diesem Jahr auf Nummer sicher gehen, nachdem in ihren Augen die vergangenen Jahre nicht ganz so wünschenswert verlaufen sind.

(c) Facebook/TheAcademyWährend sich im vergangenen Jahr alles um das Thema “Music in Films” drehte, lag bei den Oscars 2014 der Fokus auf “Heroes“. Ein vielversprechendes Thema, blieb es im Vorfeld nämlich noch unbeleuchtet, in welcher Art und Weise die Produzenten der Academy Awards dieses Thema umsetzen wollten. Und offenbar haben sie nach der Ankündigung auch nicht weiter darüber nachgedacht, denn Helden gab es nur ganz selten zu sehen. In drei Clips wurde das Heldenthema aufgegriffen: Helden im Animationsfilm, Helden aus Biopics und junge Helden. Ein Held vor Ort war allerdings am Ende nur einer: Sir Sidney Poitier. Der 87-Jährige überreichte zusammen mit Angelina Jolie den Preis für die beste Regie. Ansonsten ging die Heldenthematik leider ziemlich unter…

Gelungen hingegen war der Auftakt-Monolog von Host Ellen DeGeneres. Rund zehn Minuten zeigte sie sich von ihrer besten komödiantischen Seite und zog nicht nur die Nominierten durch den Kakao, sondern auch das Wetter. Seit Tagen hat es nämlich im Sonnenstaat Californien wie aus Kübeln geschüttet: “For those of you watching around the world, it’s been a tough couple of days for us. It has been raining. We’re fine. Thank you, for your prayers.” Ebenfalls Opfer der Witze-Attacke war natürlich Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence. Wir erinnern uns: Im vergangenen Jahr fiel die 23-Jährige zum Weg auf die Bühne die Treppe hinauf. In diesem Jahr hat sie sich extra ein Kleid ausgesucht, in dem ihr das nicht noch einmal passieren würde. Und scheinbar ist auch alles gutgegangen. Scheinbar. Denn Ellen DeGeneres verrät ein kleines Geheimnis: Als Jennifer Lawrence aus ihrer Limousine auf den roten Teppich gestiegen ist, fiel sie erneut! “If you win tonight, I think we should bring you the Oscar”, witzelte Ellen DeGeneres über die Schauspielerin. Und auch June Squibb bekam ihr Fett weg: “June Squibb is nominated for Nebraska. At 84 she is the oldest nominee. She was wonderful in Nebraska”, so Ellen DeGeneres. Und dann schrie sie in Richtung der alten Dame: “I’M TELLING EVERYONE YOU WERE WONDERFUL IN NEBRASKA.”

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Die Einführung verlief also mehr als vielversprechend, doch das war es dann auch beinahe von der Moderatorin. Die restliche Zeit über verlief vergleichsweise Ellen-DeGeneres-arm: Nur selten kam sie zu Wort, was nicht an ihr lag, sondern gefühlt daran, als habe man ihr einiges an Redezeit unterschlagen. Aufregende Zwischensequenenzen blieben leider eine Rarität. Bis auf das “weltbeste Selfie” natürlich, das Ellen DeGeneres spontan mit einigen Superstars machte: Bradley Cooper, Meryl Streep, Jared Leto, Channing Tatum, Julia Roberts, Kevin Spacey, Brad Pitt, Angelina Jolie, Lupita Nyong’o und ihr Bruder – alle sind sie versammelt auf einem einzigen Bild und es wurde binnen weniger Minuten zum absoluten Internethit!

Allerdings war es nicht das einzige Bild, das für Aufsehen sorgte: Benedict Cumberbatch gelang noch vor der Zeremonie der Oscars 2014 der wohl beste Photobomb aller Zeiten. Während U2 für die Presse posierten, sprang der smarte Brite kurzerhand hinter ihnen mit einer frechen Grimasse durchs Bild. Diese Aktion wird so schnell wohl niemand toppen können.

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Hinsichtlich der Preisvergabe gab es nur wenige Überraschungen: Lupita Nyong’o erhielt einen Oscar als beste Nebendarstellerin und konnte sich somit gegen Jennifer Lawrence durchsetzen, Jared Leto wurde für Dallas Buyers Club als bester Nebendarsteller ausgezeichnet, Matthew McConaughey als bester Hauptdarsteller und Cate Blanchett als beste Hauptdarstellerin.

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Das Rennen um die Auszeichnung als bester Film war bis zum Ende spannend, zeichnete sich in den vergangenen Wochen eine Kopf-an-Kopf-Situation zwischen 12 Years A Slave und American Hustle heraus. Während die Trophäe am Ende an das Sklavenepos von Steve McQueen ging, entpuppte sich die Gangstergroteske von David O. Russell als großer Verlierer des Abends: Nicht einen Preis konnte der Film einheimsen, trotz seiner zehn Nominierungen. Anders Gravity: Von seinen ebenfalls zehn Nominierungen konnte das Weltraum-Drama am Ende sieben einheimsen, darunter für die beste Regie von Alfonso Cuarón. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die beste Regie und der beste Film an zwei unterschiedliche Parteien gehen. Im vergangenen Jahr wurde Ang Lee für Life of Pi als bester Regisseur ausgezeichnet, der beste Film wurde jedoch Argo von Ben Affleck.
Hier gibt’s alle Gewinner im Überblick:

Bester Film: “12 Years A Slave”
Bester Hauptdarsteller: Matthew McConaughey (“Dallas Buyers Club”)
Beste Hauptdarstellerin: Cate Blanchett (“Blue Jasmine”)
Beste Nebendarstellerin: Lupita Nyong’o (“12 Years a Slave”)
Bester Nebendarsteller: Jared Leto (“Dallas Buyers Club”)
Beste Regie: Alfonso Cuarón (“Gravity”)
Bester Song: “Let It Go” von Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez (“Die Eiskönigin – Völlig unverfroren”)
Bestes Originaldrehbuch: Spike Jonze (“Her”)
Bestes adaptiertes Drehbuch: John Ridley (“12 Years a Slave”)
Bester Animationsfilm: “Die Eiskönigin – Völlig unverfroren”
Bestes Kostüm: “Der Große Gatsby”
Beste Maske: “Dallas Buyers Club”
Bester Soundtrack: “Gravity”
Bester Animationskurzfilm: “Mr. Hublot”
Bester Dokumentarfilm: “20 Feet from Stardom”
Bester fremdsprachiger Film: “La Grande Bellezza – Die große Schönheit” (Italien)
Bester Kurzdokumentarfilm: “The Lady Number 6: Music Saved My Life”
Bester Realkurzfilm: “Helium”
Bester Ton: “Gravity”
Bester Tonschnitt: “Gravity”
Beste Visualeffekte: “Gravity”
Beste Kamera: “Gravity”
Bester Schnitt: “Gravity”
Bestes Produktionsdesign: “Der Große Gatsby”

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