Once Upon a Forest – Das Geheimnis der Bäume

21038088_20130909122527016.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxxDer Dokumentarfilm startet gleich zu Beginn mit dem schönsten Bild des ganzen Films. Der Botaniker und Ökologe Francis Hallé sitzt in einem riesigen Urwaldbaum und zeichnet ihn auf seinen Notizblock. Von der Baumkrone kann er über die anderen Baumspitzen hinwegsehen und die Schönheit dieser Natur ganz in sich aufnehmen. Dort wäre man jetzt auch gerne: bunte Farben, exotische Pflanzen und verrückte Tiere – ein Paradies. Darauf folgen traurige Bilder von zerstörtem Wald, gefällten Bäumen, schlammigem Boden. Der Mensch ist leider wie immer der Zerstörer der Natur. Doch aus diesem scheinbar toten Boden wird bald neues Leben sprießen. Dennoch wird es einen Zeitraum von 700 Jahren benötigen, bis über mehrere Etappen von Baumpionieren und Sekundärwald der finale Primärwald mit all seiner Artenvielfalt entsteht. Viel Zeit für einen Wald, der dann binnen weniger Wochen wieder abgeholzt werden könnte. Die Schauplätze liegen in Peru, Gabun und Frankreich. Wer auf beeindruckende Naturaufnahmen hofft, wird leider etwas enttäuscht werden. Der Film kann mehr als Lehrfilm bezeichnet werden. Mithilfe von detaillierten Animationen wird die Evolutionsgeschichte des Urwaldes erklärt. Es gibt ein paar schöne Bilder von den gigantischen Bäumen und ein paar irrwitzigen Tieren zu sehen, aber im Vordergrund stehen die Prozesse des Waldes, die mit dem bloßen Auge gar nicht zu sehen wären. Das-Geheimnis-der-Baeume-10Beispielsweise wie Bäume sich mithilfe von Düften gegenseitig vor Feinden warnen und dann Schutzmechanismen aufbauen, oder wie sich innerhalb kurzer Zeit neue Arten durch veränderte Lebensbedingungen entwickeln. Das ist ziemlich beeindruckend, aber in den Bildern manchmal etwas lahm umgesetzt. Die Animationen sind eher kitschig und heben sich stark von den realistischen Bildern der Natur ab. Dazu werden manche Vorgänge in der Natur einfach zu oft widerholt. Irgendwann nervt es, wenn die kleinen animierten rosa Blüten zum dritten Male durch die Luft schweben. Das Ganze ist mit einem fast schon unheimlichen gläsernen Geräusch unterlegt, welches die Kommunikation zwischen den Pflanzen veranschaulichen soll. Das ist zu viel des Guten. Als Schulfilm für den Biounterricht ist der Film aber gut geeignet und auch dank der ruhigen und angenehmen Stimme von Schauspieler Bruno Ganz in der deutschen Version super zum Entspannen. So schleicht sich der Film gemächlich an einem vorbei und hinterlässt hier und da recht interessantes Wissen. Der raffinierte Überlebenstrick des Ameisenbaums ist zum Beispiel eine der Szenen des Films, die ihn letztendlich doch durchaus sehenswert machen. Der Film zeigt uns ein Paradies, das geschützt werden muss und man sieht Bäume danach mit anderen Augen – und das wollte Francis Hallé sicherlich erreichen.

LA FORET DES PLUIES LUC JACQUET

Originaltitel: Il était une forêt
Frankreich 2012
Deutscher Kinostart: 2. Januar 2014
Regie und Drehbuch: Luc Jacquet
Original-Idee: Francis Hallé
Synchronstimme Originalfassung: Francis Hallé
Synchronstimme deutsche Fassung: Bruno Ganz
Produktion: Bonne Pioche Productions, France 3 Cinéma, Rhône-Alpes Cinéma
Ausführende Produzenten: Yves Darondeau, Christophe Lioud, Emmanuel Priou
Verleih: Weltkino Filmverleih
Komponist: Eric Neveux
Kamera: Jérôme Bouvier, Antoine Marteau
Leiter visuelle Effekte: Anne–Lise Koehler
Genre: Dokumentarfilm

 

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