Night Flight (Berlinale)

Sektion: Panorama / Regie: LeeSong Hee-il / Korea 2014 / 144′

Photo 1Hier begleiten wir eine Riege Jungs durch das letzte College-Jahr in Seoul, nicht China.
Liegt es am queeren-Film oder warum ist hier ein äußerst gelungenes Portrait männlicher Gefühlswelten entstanden? Klischees laufen im Hintergrund, sie sind Teile der Handlung: Schulsystem, Mobbing, moderne Urbanität … jedoch steht das emotionale Zurechtfinden innerhalb der harten Umstände immer im Vordergrund. Der Film ist stellenweise lang, allerdings kommt man dadurch in tiefen Kontakt mit den zentralen Charakteren. Der Film ist nicht amerikanisch schwul überzeichnet, haut auch nicht mit der europäisch-politischen Moralkeule um sich. Durch die Verknüpfung von Intimität des Einzelnen und die abwechselnde Distanz zur Gruppe, entstehen Handlungsbögen, die die Auswirkung vorangehender Entscheidungen intensiv vermitteln.
Der besondere Moment des Films liegt darin, dass durch den allbekannten Eroberungsversuch des schwankenden hetero-Boys eine tiefenreflexive Alternative stattfindet. Ein harter und ehrlicher Film, den sich besonders der Standard-hetero Mann geben sollte!

4 Responses to “Night Flight (Berlinale)”

  1. Arne Fischer

    Oder ist es so, dass hier einer moralfreien Kritik ein moralisierendes Argument untergeschoben werden soll?

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  2. Ulrike Bergermann

    und warum ist Moral in der einen oder anderen Fassung immer verachtenswert?? gibt es Neutralität? Moral ist ja nicht gleich Ideologie oder Sentimentalität, man kann ja einen reflektierten Kanon von Bezugsgrößen (auch “Werte” genannt) darunter verstehen, also warum nicht. Standortbestimmungen oder Bewertungen (gerade im Daumenkino) müssen doch nicht gleich Verdacht auslösen. Im Gegenteil. Komisch, dass die olle “Moral” immer nur die anderen haben sollen.

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