…Moddhikhane Char – Char…the No Man’s Island (Berlinale)

Sektion: Forum / Regie: Sourav Sarangi / Indien, Japan, Italien, Dänemark, Norwegen 2012 / 88′

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Char ist eine kleine Insel, die am Grenzfluss zwischen Indien und Bangladesch liegt. Sie dient als Zufluchtsstätte für Menschen, die aufgrund des stetig ansteigenden Wasserspiegels ihr Heimatdorf verloren haben. Das neue Zuhause wird jedoch nicht ewig weilen, Stück für Stück wird die Insel vom Wasserstrom abgetragen. Um ihr Überleben zu sichern betreiben die Bewohner Schmuggel, handeln unter anderem mit Reis und Alkohol, darunter der junge Rubel und seine Familie, die der Dokumentarfilm über weite Strecken begleitet. Sarangi setzt hierbei unterschiedliche Kameras ein, reiht Anamorphotische Verfahren an grieselige Handykamerabilder und versucht auf diese Weise, eine wahre Geschichte des Untergangs zu erzählen, wobei Rubel und seine Familie, Schmuggelaktionen und Konflikte mit der Grenzpolizei, die den Schwarzmarkt zu unterbinden versucht, im Mittelpunkt stehen.

Zuweilen ist ihm das auch gelungen, etwa wenn er mit statischer Kamera filmt, wie Bruchstücke der Insel sich langsam lösen und ins Wasser fallen. Man wird Zeuge, wie ein Fleckchen Erde verschwindet – langsam aber sicher. Widmet er sich jedoch Rubels Familie, zeigt beispielsweise, wie sie in ihrer trostlosen Behausung sitzen und sich darüber streiten, ob Rubel in die Schule gehen soll oder nicht doch lieber mehr Zeit mit dem Schleichhandel verbringen soll, wirkt der Film plötzlich merkwürdig arrangiert, die häufig eingesetzte Nachtsicht-Perspektive überstrapaziert. Durch das grün gefärbte Bild stechen besonders die entfremdeten Auge der gefilmten Personen hervor und schon nach kurzer Zeit hat man das Gefühl, dass es nur um den Effekt geht, zumal Nahaufnahmen ziemlich dominieren. Nichtsdestotrotz gewinnt man aber einen interessanten Einblick in das katastrophale Ausmaß des Wasseranstiegs und den täglichen Überlebenskampf der Menschen, die in absehbarer Zeit erneut ihre Heimat verlieren werden.

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