L’Odyssée

Kampftaucher, Erfinder, Forscher, Kapitän, Regisseur, Umweltaktivist und vor allem Vater. Das alles beschreibt Tätigkeiten, die Jacques Yves Cousteau (Lambert Wilson) zu seinen Lebzeiten ausführte. Doch L’Odysse will nicht nur Jacque Cousteaus Leben erzählen, sondern auch das seiner Familie.Nachdem Jacques in den Vierzigern einige Erfindungen konstruierte, die das Tiefseetauchen zu dem machen, was wir heute kennen, beschließt er seine Militärkarriere aufzugeben und sich voll und ganz auf das Tauchen und Erfinden neuer Geräte zu konzentrieren. Er zieht mit seiner Frau Simone (Audrey Toutou) und seinen beiden Söhnen Philippe (Pierre Niney) und Jean-Michel (Benjamin Lavernhe) an den Atlantik.Mit Jacques ebenfalls erfundenen Kameragehäuse für Unterwasseraufnahmen entsteht schon bald Cousteaus erster Unterwasserfilm und die Faszination seiner Söhne für das Tauchen kann sich kaum in Grenzen halten. Jacques und Simone kaufen ein Schiff, heuern eine Crew an, beschaffen sich Budget und schicken die Kinder auf ein Internat. Die Legende um den berühmten Ozeanologen und Regisseur mit seinem legendären Schiff Calypso ist geboren.

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Der Film liefert zunächst, dass was sich die meisten erhoffen, wenn die Geschichte eines Pioniers der Unterseeforschung erzählt wird. Es werden überwältigende und schöne Unterwasseraufnahmen gezeigt die überraschend gut mit der dramatischen Geschichte um die Calypso und ihre Besatzung harmonieren. Doch leider hat der Film zwei Probleme, die viel Biopics mit sich bringen: Zeitsprünge und Romantisierung.Es werden einzelne Lebensstationen und Probleme der Familie gezeigt und bevor sich der Konflikt richtig entfalten kann, wird schon zum nächsten Ereignis gesprungen. In der Zwischenzeit vergeht auch schon mal ein ganzes Jahrzehnt, das vollkommen unerzählt bleibt. So belauscht der junge Philippe seine Eltern auf der Calypso und hört, dass er auf ein Internat geschickt werden soll, woraufhin ein emotionaler Streit zwischen Philippe und seinem Vater ausbricht. Es wird kurz gezeigt wie Philippe im Internat ankommt und die wachsende Berühmtheit der Calypso-Crew beobachtet. Nächste Szene: Philippe ist Erwachsen und tritt der Crew seines Vaters bei. Ähnliche Zeitsprünge kommen häufiger vor, was leider das „hineinleben“ in die Charaktere erschwert.

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Zusätzlich lassen einige übertrieben romantisierte Szenen die Story unauthentisch wirken. Ein Beispiel ist die Pilotenbrille, die Philippe von seinem Vater als Kind geschenkt bekommt, die ihn dazu antreibt Pilot zu werden und die natürlich auch das letzte ist, das Philippe während seines tödlichen Absturzes ansieht.

Weiterhin wird Jean-Michel, Philippes Bruder, so gut wie gar nicht behandelt. Es wirkt fast so, als sei sein Leben, neben dem des sterbenden Philippe, nicht dramatisch genug für den Film. Es wird nicht gezeigt wie Jean-Michel darauf reagiert, dass er ins Internat muss, noch wird je irgendein relevanter Dialog gezeigt, an dem er teilnimmt. Dies wird vom Film in den ersten fünf Minuten sogar direkt gezeigt. Die Einstiegsszene zeigt wie der Erwachsene Philippe abstürzt. Schnitt. Cousteau wird von Jean-Michel geweckt. Er fragt: „Philippe?“ Als Jean-Michel antwortet das nur er es sei, gibt Cousteau nur einen enttäuschten Laut von sich.

Trotz dessen, zeigt L’Odysse das Leben der Famlilie Cousteasu und offenbart auch die dunklen Seiten der Personen. So wird doch eine schöne Geschichte gezeigt um eine Familie die mit Höhen, Tiefen und Familienkrisen zu kämpfen hat, während sie versuchen mit ihrem Leben in der Medienlandschaft und auf dem Meer zurecht zu kommen.

 

L’Odyssée, Frankreich 2016
Regie: Jérôme Salle
Drehbuch: Jérôme Salle
Kamera: Mathias Boucard
Darsteller: Audrey Tautou, Pierre Niney, Lambert Wilson
Verleih: DCM Filmdistribution
Starttermin: 08.12.2016

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