Lena Love

Mädchen haben große braune Rehaugen und lächeln viel, Jungs haben Weltschmerz und einen Schlafzimmerblick. Mädels machen auf sozialen Netzwerken rum und schminken sich viel, Jungs zeichnen voll die coolen Graffiti. Mädels dissen sich auf der Toilette, sind eifersüchtig und haben voll den Zickenkrieg am Laufen, Jungs haben echte Probleme und sind eher so die Ruhigen. Mädels sind Bitches, Jungs Freaks. Mädels machen voll das linke Ding auf dem sozialen Netzwerk, krasses Mobbing, wo eine eigentlich echt nette Mitschülerin fast bei drauf geht, Jungs machen da anfangs mit, blicken aber schnell, dass dann nicht cool ist. Mädels machen immer weiter, können ihre Fehler nicht eingestehen und werden immer hinterhältiger dabei, Jungs retten arme Mädchen. Frauen zerstören Ehen, weil sie was mit dem Nachbarn anfangen, für Männer zählt gemeinschaftliches Engagement. Frauen sind voll hinterlistig und hacken sich in den Account der Nachbarstochter, Männer finden das nicht mehr okay und möchten deswegen zur Polizei gehen. Und als am Schluss die Oberbitch in die Schule kommt, ist ihr Bild riesengroß auf die Turnhalle gesprayt worden, damit jeder weiß, was für ne miese Tante sie ist. Und alle drehen sich anklagend um: Blöde Kuh.

Lena Love ist ein pädagogisch wertvoller Film über die Gefahren von Cyber Mobbing, denen die jungen Schülerinnen und Schüler permanent durch ihre Neugier in den sozialen Netzwerken wie Facebook ausgesetzt sind. Lena Love macht darauf aufmerksam und zeigt, wie durch mehr Achtsamkeit schlimme Folgen vermieden werden können. Zurecht bekam der Film das Prädikat “besonders wertvoll”, da er zeigt, wie schnell für die jungen Leute anonymisierte Webpräsenz und Realität verschmelzen können: “Emilia Schüle und Jannik Schümann spielen ihre Rollen überzeugend und dienen gerade für das junge Publikum als perfekte Identifikationsfiguren.” Von der Politik wurde der Film daher auch völlig zurecht zum Einsatz an Schulen empfohlen, damit die in Lena Love gezeigten dramatischen Zuspitzungen sich nicht in der Realität wiederholen müssen.

Es gibt nichts schlimmeres als pädagogisch wertvolle Filme.

Leave a Reply

  • (will not be published)

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>