Le Dep

Dumme, kleine Geschichte: draußen vor der Tankstelle (das ist “Le dep”) steckt sich ein Crackhead sein letztes Pfeiffchen an, bevor er den Laden überfallen wird, weil morgen Zahltag und daher viel Geld im Tresor ist. Drinnen zählt die Tochter des Besitzers dieses schon ab. Kaum ist Crackhead drinnen, stellen sie fest, dass sie Bruder und Schwester sind. Man weint, diskutiert und ist auch sonst recht angespannt.
Netter kleiner Film hätte es sein können, denn immerhin stirbt niemand am Schluss, wie das sonst meist üblich ist, man glaubt ja immer noch, dass eine Waffe benutzt werden muss, wenn sie im Film gezeigt wird. Aber am Schluss siegt weibliche Vernunft über männliches Risiko.
Ist nur leider so, dass man unbedingt dicker aussehen wollte, als man tatsächlich ist: der Vorspann in fetten Crunch-Type-lettern über der Kamerafahrt am Anfang und ein Sounddesign, das selbst bei der kleinsten Bewegung alle Boxen belegt. Sicher, der Ton wirkt auch zu laut, weil kaum jemand im Kino ist, aber vor allem bei den “spannenden” Szenen wabert die Musik von links nach rechts durch den Raum und wieder zurück. Und macht deutlich, dass man es mit echt wichtigem, spannendem, dramatischem und leider auch übertriebenen Stoff zu tun hat.

Reihe: Neues Internationales Kino, auch Teil der Auswahl “Kinema”
weitere Termine auf dem Filmfest: 6.11. 20:45, 7.11. 12:45
Le Dep, Kanada 2015, 77′
Regie: Sonia Bonspille Boileau
Buch: Benoit Pilon, Sonia Bonspille Boileau
Darsteller: Eve Ringuette, Charles Buckell-Robertson
Verleih: K-Films Amérique

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