La marche à suivre (Berlinale)

Sektion: Forum / Regie: Jean-François Caissy / Kanada 2014 / 76′

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Eine Schule irgendwo in Kanada. Einige Jugendliche, man könnte sie als “Problemkinder” bezeichnen, führen Gespräche mit Lehrern/Sozialpädagogen/Schulpsychologen – es ist nicht ganz klar, welcher Titel zutrifft, aber im Grunde ist es auch egal, denn der Fokus liegt sowieso auf den Jugendlichen. Deren erwachsenes Gegenüber ist meist nur zu hören, während sich die Kamera auf die Schüler konzentriert und dadurch nicht nur ihre Aussagen, sondern auch jede kleine Reaktion auf die teils beratenden, teils mahnenden Pädagogenworte einfängt. Es geht um Drogen, schlechte Noten, Schlägereien und ADHS, später aber auch um schulische Verbesserungen und Aussichten auf Jobs.

In den Gesprächssituationen richtet sich der Blick bewusst auf die Jugendlichen, in der kontrastierenden Außenwelt bekommt die Kamera eine andere Rolle. Wartend beobachtet sie oft Räume, Umgebungen oder Objekte, bevor sich von irgendeiner Seite Menschen ins Bild schleichen. Die fast konsequent statische Kamera bewahrt immer eine vorherrschende Ruhe, egal was sich gerade abspielt. Ob die Mädchen beim Sportunterricht ins Bild turnen, zwei Jungs erst durch Kletterübungen an der Decke in den sichtbaren Bereich springen oder die Schulbusse nacheinander ins Bild und wieder heraus kriechen. Ohne jeglichen Autorenkommentar lässt die Dokumentation alle Gespräche und Beobachtungen für sich stehen. Die Schönheit der ruhenden Kamera liegt dabei auch in der Parallele zum gefühlt endlosen Stadium des Wartens bis zum Erwachsensein, in dem sich jeder Jugendliche irgendwann befindet. Man muss einfach abwarten, bis irgendwas passiert.

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