Kumiko, the Treasure Hunter (Berlinale)

Sektion: Forum / Regie: David Zellner / USA 2014 / 105′
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Nach Kid-Thing liefert das Zellner-Duo den nächsten sehenswerten Film. Vieles wiederholt sich, gelangweilt ist man dadurch aber keineswegs. Treasure Hunter kann vielmehr als Fortführung einer Zellner-Handschrift gesehen werden: Erneut steht eine weibliche Figur, die eine von der Gesellschaft isolierte Position einnimmt im Mittelpunkt; erneut ist die Grenze zum Surrealen nicht ganz klar und erneut ist die Hauptfigur Kumiko (Rinko Kikuchi) kein Sympathieträger, dennoch begleitet man sie bereitwillig auf ihrer Suche nach dem “Treasure”. Besonders erfreulich ist, dass die Narration zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar ist –  jederzeit ist alles möglich.

Immer wieder spielt der Film mit Verweisen auf andere Werke, schließlich ist auch ein Spielfilm die zentrale Antriebskraft der Handlung. Dabei spielen auch verschiedene Trägermedien eine “Rolle”. Zunächst wird der Film im Film über VHS abgespielt, aufgrund von Verschleißerscheinungen muss allerdings auf DVD gewechselt werden. Auf diese Weise werden Entwicklungen der Materialien der Trägermedien angedeutet. Dass dann alte Kassettenbänder im Klo heruntergespült werden, kann als kleine Anmerkung zur Etablierung der Digitalisierung innerhalb der Filmbranche gedeutet werden, die sich dadurch immer mehr vom physisch Erfassbaren in eine so gesehen immaterielle Welt bewegt.

Als ein Police Officer (gespielt von David Zellner) Kumiko den Unterschied zwischen Dokumentarfilmen und fiktionalen Filmen erklärt (“Documentary is real, fiction is fake”) und dabei Reality-TV als ebenso reales Format begreift, schließt sich nicht nur der Kreis der Selbstreflexivität dieses Films, ein ironischer Kommentar zu der Realität des Dokumentarfilms und solchen Formaten, die sich so nennen, kommt ebenfalls durch.

 

 

 

 

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