Jahresrückblick & Top Ten 2018


Wie andernorts auch beginnt unser 2019 mit einem Blick zurück in das vergangene Jahr: Mit kleinen individuellen Top- (und Flop-) Listen unsere Autorinnen und Autoren wagen wir nochmal die Highs und Lows des letzten Kinojahres Revue passieren zu lassen.

Aber nicht nur auf die ein oder andere eventuell nachzuholende Sichtung soll sich gefreut werden: Die Daumenkino-Redaktion wünscht zusätzlich allen Leserinnen und Lesern ein sehenswertes Kinojahr 2019! …Und wer direkt mit einem guten Film ins neue Jahr starten möchte, sei daran erinnert, dass wir am 16.01.2019 als Abschluss der aktuellen Cinemathek Donbass zeigen.


Top 10 Filme
Von Thomas Ressel

01. Waldheims Walzer (Ruth Beckermann)
02. Girl (Lukas Dhont)
03. Game Night (John Francis Daley, Jonathan M. Goldstein)
04. The Tale (Jennifer Fox)
05. Facing the Dragon (Sedika Mojadidi)
06. Donbass (Sergey Loznitsa)
07. Aggregat (Marie Wilke)
08. Der Vorname (Sönke Wortmann)
09. Der Geschmack von Leben (Roland Reber)
10. Under The Silver Lake (David Robert Mitchell)

Flop 8 Filme
Von Thomas Ressel

01. The Disaster Artist (James Franco)
02. The House That Jack Built (Lars von Trier)
03. Mission: Impossible – Fallout (Christopher McQuarrie)
04. Climax (Gaspar Noé)
05. Wonder Wheel (Woody Allen)
06. Mandy (Panos Cosmatos)
07. Isle of Dogs (Wes Anderson)
08. Solo: A Star Wars Story (Ron Howard)

 

Tims Top 3 poetische Filme (mit SciFi und Mystik Elementen)

01. Annihilation

Veränderung kann vieles bedeuten und verschiedene Formen annehmen. Die fünf Frauen, welche das gesperrte Gebiet, die Arena X, betreten, haben alle Veränderungen am eigenen Leib erlebt, Verluste erlitten. Der mysteriöse Schimmer, eine außerirdische Kraft, die sich langsam ausbreitet und die Natur verändert, reflektiert dies und bricht die persönlichen Erfahrungen, wie ein Prisma auf. In der unheimlich Pflanzenwelt, den grotesk Tieren und körperlichen Mutationen zeigen sich verschiedene Aspekte des Schimmers. Annihilation lebt einerseits von seiner wunderschön eingefangenen Welt und anderseits den Figuren, welche die Erfahrung der radikalen Veränderung spiegeln.

Fazit: 5 von 5 möglichen beweglichen Eingeweiden.

02. The Endless

Lovecraftian Horror hat eine lange Geschichte des Einflusses auf unterschiedlichste Filmproduktionen, in ihrem neusten Film nutzen die Regisseure und Schauspieler Justin Benson und Aaron Moorhead die Idee von kosmischen Mächten auf geschickte spielerische Weise. Anstatt konkreter unheimlicher Bildern liefen sie in The Endless eine unheimliches, phantastisches Gedankenexperiment, indem absurde Figuren endlos umherwandern – und das alles aus der Sicht zweier Brüder, die einer Sekte entkamen. Nicht in allen Details überzeugend, aber mit dem richtigen Gespür für Wesen außerhalb der menschlichen Vorstellung.

Fazit: 4 von 5 möglichen Unmöglichkeiten.

03. Venom

Venom ist – ich gebe zu – weder audiovisuell, noch narrativ überzeugend und überraschenderweise nicht so blutig und brutal, wie man es bei einem Film über den „bad boy“ anti-Spiderman Bösewicht (mit gutem Herz?) erwarten könnte. Aber: Venom ist die schönste Liebesgeschichte zwischen einem außerirdischen Symbionten und einem muskulösen, murmelnden Mann, die je gedreht wurde. Pure Poesie. Zu unrecht von der Kritik verschmäht, zu recht von tumblr gefeiert, bietet Venom genau die Menge an Schmalz und dem Genuss von menschlichem Fleisch, die es braucht, damit Leidenschaft gedeihen kann.

Fazit: 3 von 5 möglichen turds in the wind. (I´m sorry)

 

2018 entdeckt
von Theodor Frisorger

– Bungalow (Ulrich Köhler, DE 2002)
– Trust (Hal Hartley, US 1990)
– Golden Eighties (Chantal Akerman, FR/BE 1986)
– La noire de … (Ousmane Sembène, Senegal/FR 1966)
– Splendor in the Grass (Elia Kazan, US 1961)

 

Zehn Filme in keiner bestimmten Reihenfolge, die 2018 ziemlich gut waren:

(findet Sarah Schild)

„Girl“ (Lucas Dhont)

„Thelma“ (Joachim Trier)

„Rafiki” (Wanuri Kahiu)

„Mandy” (Panos Cosmatos)

„Under the Silver Lake“ (David Robert Mitchell)

„The Old Man and the Gun” (David Lowery)

„Hereditary” (Ari Aster)

„Hard Paint“ (Marcio Reolon und Filipe Matzenbacher)

„Shoplifters“ (Hirokazu Kore-eda)

„Beach Rats“ (Eliza Hittma)

 

Fünf Filme aus 2018, deren Trailer irgendwie besser war, als der eigentliche Film:

(sagt Sarah Schild)

„Beautiful Boy“ (Felix van Groeningen)

„Boy Erased“ (Joel Edgerton)

„Climax“ (Gaspar Noé)

„The House that Jack build” (Lars von Trier)

„Blue My Mind” (Lisa Brühlmann)

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