Is the Man Who is Tall Happy? (Berlinale)

Sektion: Panorama / Regie: Michel Gondry / Frankreich 2013 / 89′

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Michel Gondry führt Gespräche mit dem amerikanischen Sprachwissenschaftler Noam Chomsky. Allerdings wurde aus Is the Man Who is Tall Happy? (die Frage, die erst ganz am Ende syntaktisch diskutiert wird) kein gewöhnlicher Dokumentarfilm. Die Gespräche zwischen den beiden sind nur vereinzelt tatsächlich zu sehen. Hauptsächlich hört man zu, während das Gesagte durch fantasievolle handgezeichnete Animationen visualisiert wird. Ob es Chomskys früheste Kindheitserinnerung an den Widerstand gegen Haferflocken oder Gedanken zu Linguistik, Lehre und Wahrnehmung sind – alles wird bildlich oder typografisch ausgedrückt und unterstützt die formulierten Gedanken anstatt von ihnen abzulenken.

Eine zusätzliche Ebene öffnet der Film durch Gondrys eigenen (ebenfalls visualisierten) Kommentar zur Machart und zu den Hintergründen der Gespräche. Im Fokus steht dabei einerseits immer wieder das Anliegen, diesen Film unbedingt noch vor dem Tod des mittlerweile 85jährigen Chomsky fertigstellen zu wollen. Und auf der Gesprächsebene führt sein von französischem Akzent durchzogenes Englisch zu Missverständnissen und Unklarheiten zwischen ihm und Chomsky. Trotzdem bleiben diese Stellen im Film enthalten, wodurch eine zusätzliche Dimension jeder Diskussion widergespiegelt wird: jene, wenn die Beteiligten aneinander vorbeireden und einer (in diesem Fall Gondry) am Ende als der “Dumme” dasteht. Es bleibt also nicht nur bei der “Animated Conversation”, wie es im Beititel heißt, es werden außerdem interessante Möglichkeiten geboten, um über Diskussionen und unsere Wahrnehmung filmischer Darstellung nachzudenken.

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