I am not Madame Bovary

I am not Madame Bovary (Wo Bu Shi Pan Jinlian) addressiert zwei Apparate: Kino und Regierung. Benjamins Einfühlung in die kalte Apparatur findet hier mit malerischen Bildern ihre Vollendung, obwohl diese paradoxerweise durch die kreisrunde Rahmung der Szenerien als Silhouette immer im Auge des Betrachters bleibt und deshalb nie in Vergessenheit gerät. Die runde Kameralinse begleitet unsere Bilder, die Landschaften und chinesischen Interieurs scheinen sich durch die fabelhafte Inszenierung an die ungewöhnliche Rahmung anzuschmiegen und schaffen an die niederländische Malerei erinnernde romantische Bildkompositionen.

Die scheinbare Vollkommenheit wird aber inhaltlich von einer einfachen Frau gestört, die mit ihrem scheinbar trivialem Gerichtsprozess, in dem es um ihre Scheidung geht, den ganzen Regierungskörper ins Wanken bringt und sein Funktionieren durch die Ränge hinweg nebenbei aufdeckt. Eine konfuse, sich über zehn Jahre erstreckende Geschichte nimmt ihren Lauf und kommt nicht nur ihr, sondern auch den Beamten, Richtern und ihrem Exmann schwer zu kosten.

Sektion: Woche der Kritik

China 2016, 139 Min.

Regie: Feng Xiaogang

Schauspieler: Fan Bingbing, Guo Tao, Da Peng

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