Histoire de Judas

Der Nachmittag vor der Eröffnungsfeier der 65. Berlinale, wirkt durch die Abwesenheit von Warteschlangen am Ticket-Counter und vor den Kinosälen noch extrem ruhig, was der Film Histoire de Judas durch seine unaufgeregte Erzählstruktur förmlich aufzugreifen scheint. Die Eigenschaften Risikofreude und die Vermischung von Kunst und Kino, die den Filmen der Berlinale-Sektion FORUM zugeschrieben werden, fehlen diesem Film leider und blitzen nur vereinzelt in wilden Kamerazooms aus Totalen in Nahaufnahmen auf, die man jedoch eher als unpassend empfindet. Die bekannte Geschichte des Judas als einer der zwölf Jünger von Jesus von Nazareth erzählt der Film aus einer sehr persönlichen Perspektive, in der zwischenmenschliche Beziehungen die religiösen Komponente ersetzen. Dennoch fehlt es dem Film an Spannung, was in besonderem Maße auf den Verzicht von musikalischer Untermalung zurückzuführen ist. Diese Abwesenheit fördert zwar, dass die klassischen „Guten“ und „Bösen“ nicht stereotypisiert werden, doch funktioniert diese Stille nicht für eine solch bekannte Geschichte und führt eher zu einer eintönigen Darstellung.

Histoire de Judas, Frankreich 2015, 99 Min
Regie: Rabah Ameur-Zaïmeche
Verleih & Bildrechte:-

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