Gotham

Superhelden sind beliebt. Nicht nur im Kino auf der großen Leinwand, sondern auch auf dem Fernseher zuhause sind ihre Geschichten nicht mehr wegzudenken. ProSieben hat sich gleich zwei neue Serien gesichert. The Flash und die Serie Gotham starten beide schon diesen Dienstag im Free TV. Beide Geschichten stammen aus dem DC Comic-Universum und sollten Fanherzen höher schlagen lassen. Immerhin bekommt mit Flash einer der beliebtesten Helden endlich seine Plattform. Die Serie Gotham beleuchtet nicht nur einen Helden, sondern vielmehr die wichtigste Stadt im Comicuniversum. Den Gotham ist die Stadt, die von Batman und seinen Verbündeten gegen das Böse verteidigt wird. Und die Fieslinge haben hier einen genauso hohen Fanstatus wie die Helden. Allen Voran der Joker, der nicht erst seit Heath Ledger ihn in The Dark Knight verkörperte, einen der markantesten Bösewichte überhaupt darstellt.

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In Gotham geht es um die Vorgeschichte der Figuren der Batman-Saga. Im Mittelpunkt dabei steht aber kein eigentlicher Superheld, sondern Detektive James Gordon (Benjamin McKenzie), der später ein wichtiger Verbündeter Batmans sein wird. Seine Fähigkeiten sind nicht außergewöhnlich. Er ist ein guter Ermittler aber was viel wichtiger an seinem Charakter ist: Er hat die Hoffnung an das Gute in der Stadt noch nicht verloren. Den Gotham wird von Verbrecherbanden mit Drogen und Gewalt überschwemmt. Die Polizei ist überfordert oder selbst korrupt. Gordon steht vor einem Scherbenhaufen von Stadt und schon bald auch vor der Herausforderung, ob er seinen Prinzipien treu bleiben kann. Denn niemand schert sich hier um Regeln, Moral oder Ehrgefühl. Hier scheint man nur mit Geld und Macht voran zu kommen. Es ist die Stadt der Sünde, die dafür prädestiniert ist, Bösewichte zu erschaffen. Ein erstes Opfer der Stadt ist der junge Bruce Wayne (David Mazouz), der miterleben muss wie seine beiden Eltern ermordet werden. Gordon fühlt sich für den jungen Milliardär verantwortlich, da er trotz seines Versprechens den Mord nicht aufklären kann. Er muss zusehen wie Bruce immer mehr in seinen Rache-Fantasien versinkt. Doch genau dieser Junge wird später der dunkle Rächer Batman werden, der die Unschuldigen beschützen wird. In der Serie geht es nicht um die Faszination an dem übermenschlichem, vielmehr geht es um die Frage, die vor jeder Heldengeschichte steht: Warum wird man zum Held?359836.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxx Batman kann aus seinen Augen kein Laser schießen wie Superman, er hat keine göttlichen Kräfte die einen nahezu unverwundbar machen wie Wonder Woman, kein Tier gab ihm verbesserte Fähigkeiten wie bei Spiderman. Nicht einmal ein Experiment ist zu seinen Gunsten schiefgegangen wie bei The Flash. Bruce Wayne ist gut trainiert und beherrscht viele Kampfsportarten. Doch ohne seine technischen Gadgets hätte er kaum Chancen gegen seine Gegner. Am wichtigsten sind seine Verbündeten. Sie entwickeln für ihn die Kampfausrüstung, seine außergewöhnlichen Fahrzeuge oder kämpfen auch an seiner Seite. Er ist an sich ein ganz normaler Mensch. Warum ist Batman also so beliebt, obwohl er eigentlich nichts besonders ist? Batman hat nicht den Auftrag bekommen die Erde zu beschützten, das will er auch gar nicht. Er Beschützt nur seine Stadt. Er kämpft, weil er die Ungerechtigkeit und Machtlosigkeit gegenüber dem Bösen in Gotham nicht mehr ertragen konnte. Er wird Rächer genannt, weil er Verbrecher bestraft, die durch das Sieb der Justiz gefallen sind. Er ist nur da, weil das Gesetzt nicht jeden schützen kann. Batman verkörpert die düstere Seite auf der guten Seite. Der Held den man sich wünscht, es aber nicht zugeben darf, weil der Wunsch unmoralisch ist. Batman ist interessant, weil er so brutal das Gesetzt in die eigenen Hände nimmt. Weil die Menschen die er rettet ihn fürchten. Denn Batmans engster Verbündeter ist die Nacht, in deren Dunkelheit er sich versteckt und aus dem Hinterhalt angreift. Wie ein böser Alptraum erscheint er seinen Gegnern. Er wird von der Polizei wie ein Verbrecher gejagt, denn auch wenn er die Stadt beschützt, ist er auch ein Mörder ohne Gewissen. Er ist der tragische und düstere Held aus dem Untergrund. Für seine Vorgeschichte muss die Stadt im Fokus stehen, die ihn zu dem gemacht hat was er ist. Eine Stadt, die so voller Gewalt ist, dass die Gewalt eines Batmans benötigt wird um ihr Heer zu werden. Doch bevor es soweit ist, muss Detektive Gordon an vorderster Front die Stellung halten und Bruce den richtigen Weg aufzeigen. Gordon lernt aber nicht nur Bruce kennen, sondern auch die jüngeren Versionen von Batmans späteren Feinden. Auch sie werden durch die Stadt geprägt. Im Gegensatz zu Bruce schlagen sie jedoch später den Pfad des Bösen ein. 414268.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxxSelina Kyle (Camren Bicondova) muss stehlen um über die Runden zu kommen. Ihr vertrauen zu der Stadt ist gebrochen. Sie wird später als Cat Woman ihre Diebeskunst perfektionieren. Gut gelungen ist auch der junge Oswald Cooplepot (Robin Lord Taylor), der später als „der Pinguin“ Angst und Schrecken verbreiten wird. Sein Charakterdesign knüpft wunderbar an den Film Batman-Returns von Tim Burton von 1989 an, wo der Pinguin sein Filmdebüt feierte. Leider hat die Serie sonst nicht den Charme, mit dem Burtons Film einen verzauberte. Es fehlt besonders die verrückte und expressionistische Art, mit dem Burton so frei umging. Leider wird versucht eine düstere Stimmung nur über die Darstellung von Gewalt zu erzeugen und über eine dreckige und verwahrloste Szenerie. Nirgends findet sich die skurrile Detailverliebtheit, mit der Burton seine cartoonartige Stadt gestaltete. Serienerfinder Bruno Heller hat leider nicht selbst experimentiert, sondern vielmehr versucht Nolands Atmosphäre aus der The Dark Knight Trilogie nachzustellen. Dazu fehlen der Serie aber verständlicherweise das Budget und die musikalische Untermalung eines Hans Zimmer. Dass es sich um eine Comicadaption handelt, ist kaum noch ersichtlich so wenig kreativ wurde hier an die Kulisse herangegangen. So kann die Stadt leider nicht die erhoffte Wirkung entfalten und sie Serie verschenkt einiges an Potenzial. 045927.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-xxyxxWünschenswert wäre, dass die Charakterentwicklung noch einiges wieder gut machen wird. Figuren wie der Forensiker Edwart Nygma (später „The Riddler“) oder auch die kleine Yvi Pepper (später „Poison Ivy“) bekommen hoffentlich noch mehr Sendezeit. Schmerz und Rachegelüste können Auslöser sein für die Laufbahn des Helden aber auch für die des Bösewichts. Das macht die Serie deutlich. Bruce wäre wohl ohne Gordons Hilfe zum Bad-Batman geworden. Gordons Kampf scheint dennoch chancenlos, denn Fans wissen an welchen Charakteren er scheitern wird. Doch spannend ist sein Kampf für das Gute allemal. Dabei gibt es passend zum Superheldengenre natürlich auch viel Aktion und fiese originelle Gegner. Wer was zu lachen haben will sollte lieber zu The Flash wechseln. In der Welt von Batman gibt es keinen Spaß. Außer vielleicht wenn die junge Version des Jokers im Staffelfinale auftauchen wird. Darauf darf man gespannt sein.

 

Bilder:

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USA 2014
Serienerfinder: Bruno Heller
TV-Sender: FOX
Lizenziert Deutschland:  ProSieben, ProSieben Fun
Serienstart USA: 22. September 2014
Serienstart DE: 29. Januar 2015
Staffeln: 2, Episoden: 44
Produktion: Warner Bros. Television, DC Entertainment

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