Go Home

In Luna Gualanos Regiedebut Go Home wird ein bisher unbekannter Genremix vollzogen, der den Film zu einem interessanten Experiment macht. Nationalismus und Fremdenhass trifft auf Zombieapokalypse. Ein Kammerspiel, das neue Wege geht.

Schon zu Beginn des Filmes wird deutlich, was zentrales Thema dessen ist: Eine Gruppe von Neofashisten demonstriert gegen die jüngst begonnene Eröffnung einer Flüchtlingsunterkunft. Der junge Enrico ist Teil dieser Gruppe und hetzt gegen die aufgenommenen afrikanischen und arrabischen Immigranten. Doch wenige Minuten nach Beginn des Filmes bricht eine Zombie Apokalypse aus und die Untoten überfluten die Demonstration. Enrico kann sich nach Betteln und Flehen in die Flüchtlingsunterkunft retten, in die er in letzter Minute herein gelassen wird. Nun muss er sich gemeinsam mit den anderen Überlebenden gegen die fleischungrigen Zombies wehren. Enrico ist nun als Nationalist in der Unterzahl und beginnt sich scheinbar zu reflektieren: Er stellt sich den anderen vor, hilft der Gruppe und freundet sich mit Fahran, dem einzigen Kind der Gruppe, und seiner Mutter an. So spielen die beiden Fussball im Gebäude und lachen zusammen.

Dieser Frieden währt allerdings nicht lange, denn zwei Gruppenmitglieder sind von den Untoten gebissen worden und mutieren langsam und trotz ärztlicher Versorgung zu diesen. Der wortkarge Ibrahin kann mit einem Vorschlaghammer einige der tödlichen Gegner unschädlich machen, aber die Apokalypse schreitet vorran. Letztendlich kommt zum Schowdown und Enrico, Ibrahim und Fahran müssen sich als einzig Überlebende durchschlagen. Nach einer blutigen Schlacht muss sich Enrico entscheiden: Opfert er sich für das Leben Fahrans oder rettet er sich selbst. Letztendlich keht er zu seiner Gesinnung zurück und verfüttert den Jungen an die Überzahl von Zombies um selbst unbeschadet aus dem Gebäude zu entkommen. Doch auch Ibrahim hat überlebt und tut das nötige: Er tötet Enrico – wie zuvor die Zombies – mit dem Vorschlaghammer.

Gualano knüpft mit Go Home erfrischend an die sozialkritische Traditionslinie des Low-Budget-Zombie-Kinos der 1970er an. So sind Parrallelen zu George A. Romeos Dawn of the Dead deutlich. Sie zeigt eine Gemeinschaft mit unterschiedlichen Charakteren aus verschiedenen Ländern. So wird unter anderem Englisch, Italienisch, Arabisch und Deutsch gesprochen. Entgegen der Erwartung, dass Enrico sich nach der Konfrontation ändert, bleibt er in seinem Ineren Neo-Nationalist. Die wirklichen Monter dieses Filmes sind nicht Untot.

Go Home läuft auf dem Internationalen Filmfest Braunschweig am 22.11. um 22:45 Uhr.

Deutschlandpremiere
Italien 2018
Sprache:Englisch, Italienisch, Arabisch
Untertitel:Englisch
Regie:Luna Gualano
Buch:Emiliano Rubbi
Kamera:Sandro Chessa
Schnitt:Luna Gualano
Musik:Emiliano Rubbi, Eugenio Vicedomini
Sound:Igor Cianti
Mit:Antonio Bannò, Sidy Diop, Papi Momar Diop
Produktion:Emiliano Rubbi
Produktionsfirma:La Zona
Verleih:Reel Suspects
86 Min, Farbe

 

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