Fuoccoammare

Sektion: Wettbewerb / Regie: Gianfranco Rosi / I/F 2015

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 Auf der Berlinale gab es in den letzten Jahren immer wieder Filme zu aktuellen Themen zu sehen. Dass die Qualität dabei nicht zwangsläufig im Vordergrund stehen muss, dass sie eher mit heißer Nadel gestrickt denn durchgearbeitet sind, versteht sich von selbst, ist nicht weiter schlimm und auch ein Alleinstellungsmerkmal der Berlinale. Dass Fuoccoammare als solch ein aktueller Beitrag angekündigt wird, ist allerdings fehlgeleitet, schließlich ist das “Problem” Lampedusa nun seit gut zehn Jahren präsent, es gibt bereits einige Spiel- und Dokumentarfilme zu dem Thema. Fuoccoammare versucht leider nicht, sich zu bereits bekannten Bildern zu verhalten. Und da vom Standpunkt der Rettenden aus ohne Konzept mit der Kamera nur reagiert werden kann, wenn man auf ein Flüchtlingsboot trifft, produziert der Film hier eher zusammenhangslose Bilder, die in ihrer Dramatik bereits bekannt sind. Das merkt Regisseur Gianfranco Rosi auch und kontrastiert das dann mit Alltagsbeobachtungen der Bewohner der Insel, die lose um einen kleinen Jungen herum strukturiert sind. Dieser ist als kleiner Besserwisser sympathisch gecastet, und zusammen mit den auf Continuity getrimmten Aufnahmen geht es hier weniger um genaue Beobachtung denn um Ablenkung. Dass sie während des Films eine Sehschwäche auf dem einen Auge des Jungen feststellen, macht die Botschaft des Films fast überdeutlich: die Inselbewohner sind auf einem Auge blind und reden nicht einmal von den Flüchtlingen. Aber der Film gibt sich auch keine große Mühe, die beiden Teile zusammenzubringen. Alternative Bilder, das wären die von der Festung Lampedusa oder von den Journalisten, die vor einigen Jahren ebenso die Insel “überschwemmten”. Aber von all dem zeigt Fuoccoammare nichts. Und endet bei seinem traurigen Höhepunkt auf den selben voyeuristischen Bildern weiß overallter Helfer, die schwarze zuckende Leiber vom Boot hieven. Lampedusa hätte inzwischen andere Aufmerksamkeit nötiger

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