Freunde fürs Leben

Freunde fürs Leben, von Regisseurs Cesc Gay, lässt sich wohl am besten als eine melancholische Komödie bezeichnen, die das Portrait einer Männerfreundschaft mit viel schwarzem Humor kombiniert.freundefürslebenJulián (Ricardo Darín) lebt als mehr oder weniger erfolgreicher Schauspieler in Madrid. Seine Ehe ist vor langer Zeit gescheitert und auch die Beziehung zu seinem Sohn, der in Amsterdam studiert, ist extrem oberflächlich geworden und der Kontakt nahezu eingeschlafen. Durch seine Krebserkrankung im Endstadium hat er mit dem Leben bereits abgeschlossen und teilt sein einsames Dasein nun ausschließlich mit seinem Hund Truman.
Sein langjähriger Jugendfreund Tomás (Javier Cámara) ist vor einiger Zeit nach Kanada ausgewandert und führt dort nun ein glückliches Leben mit seiner Familie in einem Vorstadtidyll. Kontakt haben die früheren Freunde schon lange nicht mehr. Doch als Tomás von Juliáns Erkrankung erfährt, beschließt er, ihn unerwartet zu besuchen, um ein Paar letzte Tage mit ihm zu verbringen.
Inhaltlich handelt der Film, der sich stark auf die beiden Charaktere und ihre Beziehung zueinander konzentriert, somit also von einem gemeinsamen Wochenende, an dem sie ihre Freundschaft neu aufleben lassen. Cafés und Restaurants sind die Handlungsorte, an denen die beiden Charaktere auf vergangene Zeiten zurückblicken und dabei nur nebensächlich Juliáns Krebserkrankung thematisieren.
Erfrischend ist, dass Freunde fürs Leben zwar als Buddy-Film klassifiziert werden kann, dabei aber die Narration nicht auf Exzess aufbaut. In Dialog geprägten Szenen steht vielmehr die Beziehung der Charaktere im Vordergrund, wodurch Tragik und Humor nicht plakativ ausgestellt werden, sondern durch gegenseitige Beeinflussung verbunden werden. Durch die Behandlung dieser middle-age Thematik in extrem ruhigen Bildern, ist die Intention des Film leider von Beginn an offensichtlich. Freunde fürs Leben enthält keine unerwarteten Wendungen und zielt merklich darauf ab, das Publikum mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Kinosaal zu entlassen.

Truman, ESP/ARG 2015, 108′
Regie: Cesc Gay
Drehbuch: Tomàs Argay, Cesc gay
Kamera: Andreu Rebés
Darsteller: Ricardo Darín, Javier Cámara, Dolores Fonzi
Verleih und Bildrechte: Ascot Elite
Starttermin: 25.2.2016

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