Freie Zeiten

Eine Männergruppe, die sich über ihre Probleme am Arbeitsplatz austauscht, Jugendliche, die tanzen, shoppen oder in einer Band ausgleich finden. Dazu Yogakurse, Diätgemeinschaften und Menschen, die gemeinsam für einen Marathon trainieren. Der Dokumentarfilm Freie Zeiten von Janina Herhoffer begleitet verschiedene Gruppen bei ihren Freizeitaktivitäten, der leider häufig auf voyeuristische Weise die Tätigkeiten ins Absurde überführt. Durch die starre Kamerapositionierung nimmt der Zuschauer die Position eines stillen Beobachters ein, der zumeist ungewöhnlichen Treffen von Menschen beiwohnt, die beim Sport kopfüber an Seilen hängen oder während eines Lachseminars völlig aus sich heraus gehen. Diese beobachtende Form in Kombination mit einer Montage, durch die wiederkehrende Situationen mit stets merkwürdigeren Steigerungen verknüpft werden, degradiert die Aktivitäten der Personen zur Belustigung des Zuschauers. Das Motiv der Gruppe rückt damit im Laufe des Films mehr und mehr in den Hintergrund. Darüber hinaus versucht der Film durch das Zeigen von Menschen völlig unterschiedlicher Altersgruppen die Freizeitgestaltung einer nahezu gesamten Gesellschaft zu dokumentieren, was durch die Selektion einzelner Aktivitäten überhaupt nicht funktioniert.

Freie Zeiten, Deutschland 2015, 71 Min
Regie: Janina Herhoffer
Sektion: Forum

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