Filmfest Braunschweig: Henri

Mit zu den schwierigsten Szenen im Film gehören Beerdigungen, Sex und Behinderte, weil es dabei auch außerhalb des Films, in der sogenannten "Wirklichkeit“, ums Spielen geht. Ob der Sex echt ist oder nicht und ob die Behinderten wirklich krank sind oder es nur vorgeben, wissen nur die Beteiligten, aber für die Realität auf der Leinwand spielt das keine Rolle. Simulation Baudrillardscher Prägung, bei der die Symptome des eingebildeten Kranken nicht mehr zu unterscheiden sind von denen „richtiger“ Kranker, was sie um so schlimmer macht, weil sie von der Medizin nicht zu behandeln sind. Aber der Film sucht meist die visuelle Evidenz. Runtergebrochen auf banale filmische Realität bedeutet das: Come-shot und echte Tränen. Und im Falle von Henri, dessen Frau zu Beginn des Films stirbt und der dann, weil es es günstiger ist, eine geistig behinderte Frau einstellt, um ihm im Restaurant zu helfen, bedeutet das, das „normale“ Leute ziemlich gestört sind und Behinderte auch Gefühle haben.

Der Film ist am Sonntag um 13:45 noch mal zu sehen

Frankreich, Belgien 2013, 103’
Regie & Buch: Yolande Moreau
Kamera: Philippe Guilbert
Darsteller: Pippo Delbono, Candy Ming, Yolande Moreau

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