Filmfest Braunschweig: Father (Otac)

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Dieser poetisch-traumhaft animierte Kurzfilm übt einen wahnsinnigen Sog auf den Zuschauer aus. Das Eintauchen in den Film ist beinahe wie der Moment des Einschlafens – es passiert völlig unbemerkt. Fünf Kinder führen in Father imaginäre Gespräche mit ihren Vätern, in denen sie ihren Kummer über nicht erfüllte Zuneigung und Unterstützung ausdrücken. Diesen Gesprächen werden mittels der Animationen symbolträchtige Bilder hinzugefügt, so dass ein phantasiehaftes Gebilde entsteht.

Düstere, abstrakte Bilder mit düsteren Vaterfiguren erzeugen einen märchenhaften Charakter, der aber dennoch zu keinem Zeitpunkt wirklich bedrohlich wirkt. Es sind viel mehr die Einsamkeit und die unerfüllte Sehnsucht nach Zuneigung, die eine bedrohliche Wirkung erzeugen. Durch das an einigen Stellen gewählte “Böse-Wolf-Motiv” als Darstellungweise des Vaters, wird  gezielt der Märchencharakter des Films verstärkt. Typisch märchenhaft sind zudem die symbolträchtigen, aufgeladenen Bilder, in denen zahlreiche, faszinierende Details liegen.

Zauberhaft und auf eine beinahe hypnotisierende Art, vermittelt Father ein  Gefühl von Alleinsein und Zurückweisung.

Father ist für den deutschen Kurzfilmpreis nominiert.

 

Der Film ist auf dem Filmfest Braunschweig noch am Samstag, 9.11., um 22:15 Uhr und am Sonntag, 10.11. , um 13:30 Uhr in Verbindung mit The Waiting Point und There was no wind zu sehen.

Otac, Kroatien/Bulgarien/Deutschland 2012, ’16
Regie: Moritz Mayerhofer, Asparuh Petrov, Rositsa Raleva, Veljko Popovic, Dim Yagodin
Buch: Ivan Bogdanov, Phil Mulloy
Kamera: Ana Opalic
Schnitt: Ivan Bogdanov
Verleih: Bonobostudio

 

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