Filmfest Braunschweig: Chez nous c’est trois

Was für ein schönes Jahr, zwei Filme mit der großen Noémi Lvovsky. Aber anders als in Camille rédouble ist sie hier nicht auch Regisseurin, dafür spielt sie diese in dem Film von Claude Duty. (Sie spielt übrigens zum ersten Mal eine Hauptrolle in einem Film, der nicht von ihr ist). Eigentlich eine schöne Idee: eine bekannte aber erfolgreiche Regisseurin akzeptiert die Einladung, eine kleine Tournee mit ihrem zweiten Film durch bretonische Dörfer zu machen und Abend für Abend den immer gleichen Film einem Publikum von kaum mehr als 20 motivierten Zuschauern zu zeigen. Und wie glaubwürdig auch, die Rolle mit Lvovsky zu besetzen, die, man kann es nicht oft genug betonen, mit Oublie Moi einen der schönsten Filme des Jeune Cinéma der 90er Jahre gedreht hat, aber im Anschluss enorme Schwierigkeiten hatte, weitere Filme finanziert zu bekommen. Und was für eine Schande, solch einen banalen Film daraus zu machen. Zwar beherzigt Duty die Regel, dass gute Filme über das Kino möglichst wenig vom Gegenstand erzählen und das quasi über die Metaebene verhandeln, aber Chez nous c’est trois ist nicht viel mehr als ein langweiliger Liebesreigen. So hilft sich Lvovsky über die Ödnis der Provinz darüber hinweg, einer verflossenen Jugendliebe nachzujagen. Und als ihre Produzentin ihr am Ende sagt, dass sie nach fünf Jahren Arbeit ihren neuen Film doch nicht produzieren wird, ist das auch gar nicht so schlimm, weil sie das Leben fern ab der Großstadt wieder zu schätzen gelernt hat. Inklusive neuer Liebe. Grauenhaft.

Frankreich 2013, 88′
Regie: Claude Duty
Buch: Claude Duty, Christian Clères
Darsteller: Noémie Lvovsky, Marie Kremer, Julien Baumgartner

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