Ein medialer Jahresrückblick auf 2020

2020 war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr. So auch für die Medienlandschaft, welche sich aufgrund der Covid19-Pandemie neuen Herausforderungen stellen musste, während alte Problemfelder noch verstärkt wurden. Geschlossenen Kino-Sälen, abgesagten Konzerten, geschlossenen Spielwarenläden stellten sich Quarantäne-Alben, Online-Konzerte und -Filmfestivals (das Daumenkino berichtete) gegenüber. Die Medienrezeption Vieler war auf jeden Fall anders. Im Folgenden lassen die Mitglieder des Daumenkinos ihr Medienjahr 2020 Revue passieren.


Das Jahr von Marc Beinling:

4 prägnante audiovisuelle/mediale Entdeckungen des Jahres:

  • The Magnus Archives (Horror, Podcast, Rusty Quill Produc.)
  • New French Extremity (Horror Movement in Europa in den 2000er, etliche Filme gesehen und nun fast alle aufgeholt, die sich als “Vertreter” sehen)
  • Free League Roleplay-Systeme (Symbaroum, Coriolis, ALIEN RPG, Forbitten Lands)
  • “Werk” von Daveed Diggs (Artist, Rapper, Writer; bekannt geworden u.a. durch HAMILTON und sein Noise-Rap-Projekt clipping)

Alben des Jahres:

  • clipping. – Visions of Bodies Being Burned
  • Jessie Ware – What’s Your Pleasure?
  • Zugezogen Maskulin – 10 Jahre Abfuck
  • Charli XCX – how i’m feeling now
  • Run the jewels – RTJ4

Songs des Jahres:

  • Mac Miller – Good News
  • Dorian Electra feat. Village People, Pussy Riot – My Agenda
  • Sevdaliza – Darkest Hour
  • Daniel Cloud – Gotta Run
  • Blu & Exile – True & Livin

5 nennenswerte Videospiele des Jahres:

  • Hades (Super Giant Games)
  • INMOST
  • Neversong
  • Ori and the Will of Wisps
  • Among Us (Ein Phänomen, dieses Game)

Das Jahr von Maria Conrad:

Es war das Jahr, in dem ich ein TV Now Premium Abo abschloss. Nichts gab mir so viel Sicherheit und Struktur wie Sonntag bis Freitag Love Island. Ich gab mich dem Trash hin und schämte mich nicht mehr. Ich konnte wieder spüren, dass eine Woche vergangen war. Die Teilnehmenden von Ex on the Beach lebten stellvertretend für mich ein wildes Leben. Die Pandemie existierte nur beiläufig in dieser Scheinwelt, in Momenten des Hände Desinfizierens oder als Love Island Moderatorin Jana Ina mal für ein paar Folgen nicht da sein konnte, weil sie sich infiziert hatte. Als am Ende des Jahres Prince Charming, Temptation Island VIP und Bachelorette in der selben Woche endeten, machte sich eine große Orientierungslosigkeit in mir breit, die noch immer anhält. Bitte schickt Hilfe und Empfehlungen (außer Couple Challenge).


Das Jahr von Marvin Pietsch:

5 prägnante audiovisuelle Entdeckungen des Jahres:

  • Futur Drei (Shariat 2020)
  • Der Wald vor lauter Bäumen (Ade 2003)
  • Xala (Sembène 1975)
  • Devs (Garland 2020)
  • Da 5 Bloods (Lee 2020)

Alben des Jahres:

  • Fiona Apple – Fetch the Bolt Cutters
  • Bumper – pop songs 2020
  • Phoebe Bridgers – Punisher
  • Tame Impala – The Slow Rush
  • Sufjan Stevens – The Ascension

Das Jahr von Tim Meldau

5 prägnante audiovisuelle Entdeckungen des Jahres:

1. Ich bin Kuba (Soy Cuba, Kalatozov 1964)
2. Meine Nacht bei Maud (Ma nuit chez Maud, Rohmer 1969)
3. Sehnsucht (Midaderu, Naruse 1964)
4. As the Moon, So Beautiful (Tsuki ga Kirei, Kishi et al. 2017)
5. Deutschland im Jahre Null (Germania anno zero, Rossellini 1948)

Das Releasejahr 2020:

Ich habe nicht sonderlich viel gesehen, was in Deutschland 2020 veröffentlicht wurde, weswegen ich diesen Slot gänzlich dem grandiosen The Midnight Gospel widmen möchte. Diese 8-episodige Miniserie ist stellenweise zwar unglaublich anstrengend zu gucken – Stichwort Reizüberflutung – schafft jedoch ohne Probleme den Spagat zwischen der Diskussion existenzieller Themen einerseits und trockenem bis absurdem Humor andererseits. Die Finale Folge Mouse of Silver gehört dabei zu den herzergreifendsten 30 Minuten, die eine Serie in den 2010er Jahren zu bieten hatte. The Midnight GospelRick and Morty in wirklich gut.

Alben des Jahres:

1. Ichiko Aoba: アダンの風
2. Jessie Ware: What’s Your Pleasure?
3. Clams Casino: Instrumental Relics
4. The Weeknd: After Hours
5. Freddie Gibbs & The Alchemist: Alfredo

Songs des Jahres:

● Apache 207: Auf und Ab
● Carly Rae Jepsen: Summer Love
● Ichiko Aoba: Dawn in the Adan
● Jessie Ware: Spotlight
● SZA: Good Days

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