Le dos rouge

In einem Aufsatz über Malerei im Film schrieb Bazin, dass es durchaus ein filmisches Verfahren sei, das auch der Malerei nütze, wenn man Details aus Gemälden abfilmte, anstatt diese nur in ihrer Vollständigkeit im Film zu zeigen. Dieses Thema wird in Le dos rouge auf einer weiteren Ebene verhandelt. Bertrand Bonello spielt hier den Regisseur Bertrand, der auf der Suche nach einem Gemälde ist, das in seinem nächsten Film das Monströse transportieren soll. Und während er sich verschiedene Bilder ansieht (und mit ihm das Publikum des Films, in dem der echte Bertrand “nur” schauspielert) verändert sich zunehmend seine Realität: Die Kuratorin, die ihn bei den Museumsbesuchen berät, verändert von Treffen zu Treffen ihr Aussehen (sie wird wie bei Buñuel von zwei Schauspielerinnen gespielt), seine Produzentin erzählt ihm andauernd Sexgeschichten von dem jungen Liebhaber, der ihr verfallen ist, und auf Bertrands Rücken erscheinen immer mehr rote Flecken, die er aber niemandem zeigen möchte. Und während sein Rücken selbst immer mehr zur monströsen Leinwand wird, fragt man sich nicht nur, wie wohl der Maler seinen Akt gesehen haben möchte und andersherum, sondern auch, wie das wohl für den Film gelten mag: Wie sieht Antoine Barraud Betrand Bonello? Und wie dieser das Publikum, besonders, wenn er in die Kamera blickt? Denn Le dos rouge ist ein Film über den Blick zurück, und die Spuren, die dieser hinterlässt.

Le dos rouge, F 2014, 127’
R: Antoine Barraud
Sektion: Forum; weiter Termine am 10., 11. und 14.2.

Leave a Reply

  • (will not be published)

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>