Das merkwürdige Kätzchen (Berlinale)

Sektion: Forum / Regie: Ramon Zürcher / Deutschland / 72′

Die alte Frau, die in der Wohnung oben drüber wohnt, ist so dick, dass sie ein Netz herunterlassen muss, um ihre Einkäufe zu bekommen, und die Orangenschalen fallen immer mit der weißen Seite nach oben. Die Flasche tanzt im Topf und die Waschmaschine wäscht sich selbst.
Ramon Zürcher hat einen Reigen geschaffen, eine Choreographie des Alltags. Immer mehr Personen bevölkern die Wohnung der fünfköpfigen Familie, eine Großaufnahme bekommen sie aber oft erst eine ganze Weile nach ihrem Auftritt. Viel spielt sich in der Unschärfe ab oder im horscadre. Die Raumaufteilung ist streng und ökonomisch, Gegenschüsse sind nicht die Regel, die Dialoge sind dafür schnell und ungewöhnlich. Zürcher beweist mit seinem Langfilmdebüt einen ästhetischen Stilwillen, Perfektion, die in Leichtigkeit aufgeht, wie ich sie seit Thomas Arslans Ein schöner Tag im deutschen Film nicht mehr gesehen habe.
– Im Sommer möchte ich kein schwarzer Hund sein. – Aber im Herbst schon? – Ja. – Wir haben ja gar keinen Sommer mehr. – Gott sei Dank – Dann möchtest du jetzt ein schwarzer Hund sein? – Hm, doch nicht.

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