COPS

Der Film „Cops“ handelt von einer Gruppe Männer, die bei der Wiener Polizeispezialeinheit WEGA ausgebildet werden. Auf den ersten Blick  behandelt der Film Polizeigewalt, doch bei genauerer Betrachtung, ist das eigentliche Thema dahinter Männlichkeit und wie bestimmte Rollenbilder bei der Polizei inszeniert und zelebriert werden.

Schon auf dem Weg zu ihrem ersten Einsatz auf der Straße, begründen die zwei werdenden Polizisten ihre Entscheidung zur WEGA zu wollen damit, dass sie „Action“ wollen und dass sie die Leute beschützen wollen. Als „richtige“ Männer wollen sie Helden sein. Sie wollen ihr Testosteron spüren, wenn sie auf der Straße ihre Macht demonstrieren. Aber am wichtigsten dabei ist ihnen die Anerkennung ihrer Kollegen.  Bei einem Fußballspiel prügeln sie auf Fans ein: Ziel ist die Eskalation.
Bei einem Einsatz wegen Ruhestörung kommt schließlich die Waffe zum Einsatz.  Der Schütze wird von den Kollegen gefeiert. „Gutmenschen Naivität“  ist schließlich nur was für Frauen und Schwuchteln. Der Film zeigt ein erschreckendes Verständnis von Männlichkeit, welches durch das Polizeisystem aufrechterhalten wird. Es gibt einige schön inszenierte Bilder in dem Film, die diesen hypermaskulinen Habitus aufzeigen: Eine Nahaufnahme auf den muskulösen nackten Oberkörper beim Klimmzüge Stemmen, in den Spinten der Umkleiden hängen nackte Frauenbilder. Streitigkeiten werden mit Prügel gelöst.  Zuhause wird  die attraktive Freundin penetriert, als Belohnung für sich selbst und die vollbrachten Heldentaten. Die Partnerin will zunächst nicht, da sie noch lernen muss für ihre Polizeiausbildung. Er sagt ihr, sie müsse nicht lernen, sie habe doch ihn. Für den Ausbilder ist die Polizeieinheit seine Familie. Seine wirkliche Familie bedeutet für ihn Chaos. Denn mit dem Sohn klappt es gerade nicht so gut. Vatersein ist schwer. Doch sie alle wissen wer schuld ist: „Bei der WEGA gibt es keine Frauen“, daher ist alles geordnet. Die Freundinnen der Polizisten sind bei den Partys schon auch dabei. Sie bereiten Schnittchen vor und spielen Kellnerin für die Männer. Die Rollen sind eben klar verteilt.  Natürlich geht das alles nicht gut aus. Das System basiert auf  Lügen und auf Ungerechtigkeit. Die Männerfreundschaften sind keine Freundschaften, sondern erhalten nur den Gruppendruck. Der Hauptprotagonist erleidet ein Traumata aufgrund seines Waffeneinsatzes. Eine Schwäche, die in diese Männer-Welt nicht rein passt, denn dort ist kein Platz für Gefühle und und schon gar kein Platz für Mitgefühl.

Das Fazit ist eine klare Empfehlung den Film zu schauen, aber in erster Linie weil das Thema aktuell und wichtig ist. Regisseur Stefan A. Lukacs wurde durch reale Ereignisse und Gespräche beeinflusst den Film zu drehen. Der Film richtet sich nicht gegen die Polizei, aber gegen ein System, welches solche Männerbünde zulässt und noch fördert.  „Früher wechselten Leute die Seite, wenn ihnen ein Polizist entgegen kam“, sagt einer der Vorgesetzen des Protagonisten im Film. Er will diese Welt zurück.  Sollte das neue Polizei Gesetz kommen (Es wird kommen), werden solche Menschen noch besser ausgerüstet sein und sie werden noch mehr Rechte haben, die sie missbrauchen können.

 

Vorführungen

  • 10.11.2018 12:45 Universum Saal 1
  • 11.11.2018 17:15 Universum Saal 1

 

Österreich 2018
Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch
Genre: Drama, Thriller
Regie: Stefan A. Lukacs
Kamera: Andreas Thalhammer, Xiaosu Han
Buch: Stefan A. Lukacs
Schnitt: Julia Drack
Cast: Laurence Rupp, Anton Noori, Maria Hofstätter
Produktion: Arash T. Riahi, Karin C. Berger
Produktionsfirma: Golden Girls Filmproduktion GmbH
Musik: Wolfgang Frisch, Markus Kienzl
Sound: Claus Benischke-Lang
Verleih: EastWest Filmdistribution GmbH
Länge: 93 Min.

Mehr Informationen zum geplanten neuen Polizeigesetz:  inhttps://www.facebook.com/noNPOG/

Bild von: www.filmfest-braunschweig.de

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