Cat in the Wall

Eine Familie in South East London besitzt eine Wohnung in einem heruntergekommenen Wohnkomplex und bekommt Probleme sowohl mit der Baugenossenschaft, als auch mit der Nachbarschaft. Der Film erzählt keine druchgängige Geschichte, so wird man einfach ohne Erklärung oder Hintergrundinformationen in die Handlung hineingeworfen und auch dann sehr abrupt am Ende des Films wieder herausgerissen. Auch wenn das zunächst etwas verwirrend ist, wirkt die Darstellung des Alltags der Familie dadurch auch sehr authentisch. Da gibt es eben keine dramatisch inszenierten Wendungen oder Erklärungen für Handlungen.

Spannend an dem Film ist nicht so sehr was passiert, sondern wie es passiert. So ist ist es völlig irrelevant, ob die Katze in der Wand feststeckt, sondern entscheidend ist, wie die Figuren im Film mit der Situation umgehen. Denn vermittelt wird ein Leben unter schwierigen Bedingungen als Familie mit Migrationshintergrund, die trotz guter Ausbildung in ihrer ursprünglichen Heimat keine Arbeit finden, die mit ständigen Geldsorgen Zutun haben, sowie mit den damit verbundenen Schwierigkeiten einer multikulturellen Nachbarschaft. Themen wie der Brexit, Gentrifizierung und Vorurteile gegenüber Anderen werden sehr anschaulich durch Alltagssituationen dargestellt.

Das es für die Probleme keine einfachen Lösungen gibt, wird in dem Film ebenfalls gut vermittelt, da die Situationen oft durch Missverständnisse und die schwierigen Umstände der Betroffenen ausgelöst werden. Dabei kommt der Film ohne plumpe Schuldzuweisungen aus und nimmt sich Zeit für die Figurengestaltung, sodass sie weder flach noch stereotyp wirken. Das offene Ende hat mich dann doch gestört, da ich  mit den Protagonisten*innen mitgefühlt habe und wissen wollte, wie es mit ihnen weiter geht, aber es passt zu der Erzählweise des Films. Ein Gefühl dafür, wie so ein Leben für die betroffenen Personen dort sein könnte, schafft der Film zu vermitteln.

https://online.filmfest-braunschweig.de/film/cat-in-the-wall/

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