Brazilian Western

brazilian western

 

Der brasilianische Film behandelt gleich zwei Themen, die mich gar nicht interessieren: eine „ach so tragische“ Love-Story und das Drogengeschäft. Der Name des Films deutet auf das Gerne Western hin, jedoch sollte man nicht einen klassischen Western erwarten. Eigentlich finde ich es ja durchaus positiv, wenn sich von den starren Stilmitteln einer Genrezuteilung gelöst wird. Ich finde es gut, dass der Held nicht die Aufgabe hat ein Vorbild für Moral zu sein. Durch seine Verstrickungen ins Drogengeschäft, ist er nicht als der eindeutig gute inszeniert. Es geht nicht darum andere zu „zivilisieren“. Auch ist nicht Amerikas Nationalstolz Thema, sondern Brasiliens Problem mit Rassismus, Armut und den Drogen. Leider geht es aber mal wieder darum, dass zwei Männer (einer ja trotzdem eher der Gute, der andere ganz klar der Böse) mit Revolvern um eine Frau streiten. Dann kommt noch ein bisschen Romeo und Julia-Drama hinzu (Der Vater der Frau will nicht, dass seine Tochter mit dem jungen Kleinkriminellen zusammen ist) und ein tragisches Ende. Besonders die Geschichte um das Kennenlernen der Liebenden, trieft nur so vor Kitsch und Klischees und erinnert auch zu sehr an Shakespeares Geschichte. Ja ich verstehe, dass in Brasilien das Drogengeschäft ein aktuelles und wichtiges Thema ist, aber muss den jeder Film nur weil er aus dem Land kommt irgendwie mit Drogen zu tun haben? Der Film wurde von der Moderation als grandios angekündigt. Vielleicht war das der Fehler, den so habe ich etwas falsches erwartet. Der Film baut auf altbekannte Muster auf und ist dabei jetzt nicht schlecht. Mir fehlt aber das Kreative dabei, das Neue und Erfrischende. Die Hautfigur berührt mich überhaupt nicht, obwohl das Leiden der Figur ziemlich zelebriert wird. Die Gegner sind so langweilig, dass man sie kaum als Hassobjekt wahrnimmt. Nur aus Gerechtigkeitssinn, freut mich man sich über den Rachefeldzug der Protagonisten. Eben weil die Figuren so unnahbar bleiben, ist die Zurschaustellung der Folter so fehl am Platze. Der Zuschauer ist Schaulustiger aber nicht betroffen. Höchstens Ekel aber keine Tragik entsteht. Das Ende ist dementsprechend unbefriedigend.


Bild: http://www.filmfest-braunschweig.de/typo3temp/pics/f6f5dd9f64.jpg

 

Sektion: Neues Internationales Kino
Brasilien 2013
Regie: René Sampaio
Buch:: Marcos Bernstein, Victor Atherino
Kamera: Gustavo Hadba
Darsteller: Fabricio Boliveira, Isis Valverde, Felipe Abib

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