Body at Brighton Rock

In Roxanne Benjamins Body at Brighton Rock wird das Motiv des Horrors auf eine unkonventionelle Art aufgegriffen. Wendy (Karina Fontes) ist neue Mitarbeiterin im Nationalpark Brighton Rock muss sich durch einen ungünstigen Zufall mit sich selbst und ihrer Angst konfrontieren.

Als frisch ausgebildete Mitarbeiterin des Nationalpark Brighton Rock möchteWendy ihren Kollegen und Vorgesetzen etwas beweisen: Sie möchte nicht als zu spät kommender Jungspund abgestempel werden und tauscht zu Beginn des Filmes den Dienst mit einer anderen Mitarbeiterin, damit diese besser mit einem Kollegen flirten kann. Jetzt muss Wendy, anstatt in Camp aufgaben zu erledingen, in die Wälder des Nationalparks, um dort Informationsblätter auszutauschen. Mit poppiger Musik auf den Ohren macht sich sich auf und beginnt die Blätter auszutauschen. Doch nach und nach verliert sie sich auf den Wegen und verliert durch Unachtsamkeit nach einem Sturz ihre Landkarte. Nach einiger Zeit findet sie sich auf einem unbekannten Berg wieder, der eigentlich nicht in der Wanderung angestrebt war. Doch der Akku ihres Handys macht schlapp und auch die Karte ist nicht mehr zu finden. Wie ungünstig, dass sie am Fuss dessen eine von Tieren angefressene Leiche findet. Ein eingepacktes Funkgerät gibt ihr die Möglichkeit ihre Arbeitsstelle zu kontaktieren und sich zu ihrer Lage zu äußern. Leider kommt ein Aufklärungstrupp erst am nächsten Morgen und Wendy muss eine Nacht neben der Leiche verbringen. Als sei dies nicht schlimm genug, machen wilde Bären das Gebiet unsicher und ein Kontakt mit Menschen endet oft tödlich.

Nach und nach findet sie auch das zur Person passende, leere Zelt sowie Taschenlampen und einen Schlafsack. Und auch ein unbekannter Fremder den Wendy vom Platz verweist versucht sich an der Leiche zu schaffen zu machen. Als dann die Nacht hereinbricht findet sich Wendy in Albträumen von der auferstehenden Zombieleiche wieder, deren Gesicht sie anschließend mit einem Tuch abdeckt um das verfaulende Gesicht nicht ansehen zu müssen. Und auch im Wachen zustand phantasiert sie aus Angst vor dem dunklen Wald, den knackenden Geräuschen, der ein paar Meter neben ihr liegenden Leiche und der Angst vor möglichen Bären. So spürt sie die Leiche hinter sich stehen und meint vermeintliche Geräusche zu hören. Aus Angst versprüht sie Pfefferspray, trifft sich selbst und muss ihre Augen ausspülen. Doch nun ist auch ihr Ehrgeiz geweckt. Sie wirft das Funkgerät als Symbol für die Missgunst ihrer Kollegen weg und fokussiert sich auf sich selbst. Schließlich zieht sich das Tuch vom Kopf der Leiche und sieht in seine verquollenen, von Insekten umzingelten Augen: “Ich habe keine Angst vor dir” schreit sie ihm entgegen. Nun kann sie beruhigt bis zum nächsten Morgen schlafen. Doch auch dieser bringt neue Gefahren. Der Mann vom Vortag versucht sie den Berg herunter zu stürzen. Nachdem sie diesen abgewehrt und den Berg heruntergeschubst hat kommt auch ein echter Bär auf ihre Pfärte. Nach einer blutigen Attake auf ihr Bein kann sie sich mit dem restlichen Pfefferspray, sowie einem Feuerzeug effektiv gegen den Bär verteidigen bis der Hilfstrupp eintrifft und den Bär mit einem Gewähr verscheucht.

Wendy ist erleichtert. Doch bei der Identifikation der Leiche fällt auf, dass die gestorbene Person exakt dem fremden Besucher des gestrigen Tages ähnelt. Wie kann das sein?

Body at Brighton Rock ist, trotz geringem Produktionsbudges, ein spannender Psycho-Horror-Film der von der weiblichen Regisseurin Roxanne Banjamins als Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin inszeniert wurde. Die Stimmung des dunklen Waldes und die Außerinandersetzung mit den ureigenen Ängsten und der eigenen Phantasie lässt die Hauptdarstellerin von einem jungen, leicht naiven Mädchen zu einer gestandenen Frau werden. Sie emanzipiert sich letztendlich von ihrem bisherigen Ich und wächst mit Selbstvertrauen in ihre selbstbestimmt handelnde Rolle. Dies geschieht indem sie sich von dem Urteil der anderen frei macht und ihr eigenes Leben gegen den Bären – als real gewordenen Manifestation ihrer Ängste – verteidigt. Natürlich darf auch ein typischer Horror-Anteil sowie ein mystisches Ende nicht fehlen. Body at Brighton Rock ist ein feministischer Female-Empowertment-Survival-Thriller.

Body at Brighton Rock ist auf dem Internationalen Filmfest am 19.11. um 22:45 Uhr zu sehen.

Sprache:Englisch
Untertitel:ohne
Regie:Roxanne Benjamin
Buch:Roxanne Benjamin
Kamera:Hannah Getz
Schnitt:Courtney Marcilliat, Matt Blundell
Musik:The Gifted
Mit:Karina Fontes, Casey Adams, Emily Althaus
Produktion:Christopher Alender, David A. Smith, Chris Harding
Produktionsfirma:Soapbox Films
Verleih:Magnolia Pictures
87 Min, Farbe, DCP

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