Belleville Baby (Berlinale)

Sektion: Panorama Dokumente / Regie: Mia Engberg / Schweden / 76′
belleville-baby-frontWas ein Leben ohne Erinnerung wäre wie und das eigene Leben durch individuelle Erinnerung definiert ist, führt der dokumentarische Film Belleville Baby vor Augen. Verschiedenartiges Bildmaterial, größtenteils Amateuraufnahmen, werden von einem Telefongespräch zwischen einem ehemaligen Paar begleitet. Die viele Jahre zurückliegende gemeinsame Vergangenheit in Paris wird im Gespräch wiederbelebt. Doch es zeigt sich, dass beide nicht das Gleiche erinnern.

Mia Engberg war es selbst, die einst dieses Telefonat mit ihrem früheren Partner Vincent führte. Private Aufnahmen der Protagonisten, Ausschnitte aus dem ersten Film der Regisseurin und Nachrichtenausschnitte fügen sich zu einer Komposition aus Eindrücken aus ihrem Leben zusammen. Ab und zu ist der mit Markierungen versehene, unbelichtete Filmstreifen zu sehen, die Lückenhaftigkeit von Erinnerungen wird hier auf der visuellen Ebene refkletiert. Aber das Bildmaterial Belleville Babys hat generell einen bruchstückhaften Charakter, eben genauso wie Erinnerungen. Da beide nicht das Gleiche erinnern, ist es für Vincent so, als hätten sie unterschiedliche Leben geführt. Erinnerung ist eben individueller, als es einem oft bewusst ist.

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